Wenn Tradition und Weltbild langsam zerbrechen – Musical 2008 "Anatevka"

16 Jul, 2008
Autor: red
Kategorie: Musik + Theater

Rund 50 Schülerinnen und Schüler der Orchester-, Theater- und Technik-AGs des Gymnasiums Ernestinum haben seit Monaten für die Aufführung des Musicals „Anatevka“ geprobt. Die Handlung spielt im Zeitalter des Russischen Reiches in der Ukraine, es geht um Traditionen und ihren langsamen Aufbruch.
„Es ist immer wieder beeindruckend, wie engagiert und eigenständig die Schüler arbeiten“, lobt Dirk Wilkening, Leiter der Theater-AG. Die Schüler hätten sich um die Plakate, Eintrittskarten, Programmhefte und die Requisiten gekümmert. Viele Requisiten für das Stück, das im Russischen Reich in dem ukrainischen Dörfchen Anatevka, in der vorrevolutionären Zeit um 1905 spielt, konnten die jungen Schauspieler bei der Antikscheune Exten ausleihen. Und bedanken sich dafür ganz besonders.
Neben den AG-Stunden „opferten“ die Jugendlichen jede Menge Freizeit am Wochenende für ihre Proben. „Besonders wichtig war die einwöchige Fahrt zur Burg Ludwigstein. Ohne diese intensiven Proben wäre die Aufführung des Musicals nicht möglich“, erklärt Wilkening. Schließlich müssten Theater-AG, Orchester und die Technik gemeinsam proben.
Das Musical Anatevka habe man ausgewählt, weil es von wunderbarer Musik getragen würde und das Thema aktuell sei. Durch die Hauptfigur „Tevje“, gespielt von Peter Oldag, wird in dem Stück gezeigt, wie es ist, wenn Tradition und Weltbild langsam zerbrechen. Die Traditionen können dem Fortschritt nicht standhalten und auch die Ausgrenzung von Minderheiten ist in dem Musical ein wichtiges Thema.
Zum Inhalt: In dem Dorf Anatevka lebt eine jüdische Gemeinschaft, die großen Wert auf die Tradition legt. Der Milchmann Tevje lebt mit seiner Frau Golde und seinen Töchtern in Armut. Trotz drohender Pogrome im zaristischen Russland bewahrt Tevje seinen Lebensmut und seinen Humor. Seine traditionsbewusste Lebensgestaltung gerät allerdingsin Wanken, als die ältesten seiner Töchter ins heiratsfähige Alter kommen.
© Schaumburger Zeitung, 14.05.2008

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