Hilfe für eine fast vergessene Katastrophe

28 Feb, 2010
Autor: red

samoa
Am 30. September 2009 hat ein Tsunami viele Dörfer und Städte des kleinen Südsee-Inselstaates Samoa verheert. Ebenso schnell, wie die Nachricht von der Katastrophe um den Erdball gelaufen war, ist das Medieninteresse wieder abgeflaut. Die betroffenen Menschen auf der anderen Seite der Erdkugel brauchen aber immer noch Hilfe und deshalb schicken Rintelner Schüler jetzt Sach- und Geldspenden auf die Reise in die Südsee. „Das Beben hat eine Stärke von 8,9 auf der Richterskala gehabt, und viele Menschen dort unten haben alles verloren“, erinnert Dr. Christel Fensterseifer an die Katastrophe vom vergangenen September. Viele Häuser und ganze Dörfer, die bis zu 600 Metern vom Strand entfernt liegen, seien zerstört.
Die Englisch- und Erdkunde-Lehrerin am Gymnasium Ernestinum hat eine besondere persönliche Beziehung zu Samoa. Denn sie hat selber in Zusammenhang mit wissenschaftlichen Arbeiten längere Zeit dort gelebt. Nach der Katastrophe vom vergangenen September hatte sie in ihrer Schule ein Hilfsprojekt unter Schülern und Lehrern gestartet. Dr. Christel Fensterseifer machte Samoa zum Thema im Unterricht. Eine direkte Verbindung zur anderen Seite des Globus kam zustande über Temukisa Grundhöfer aus Detmold. Die gebürtige Samoanerin ist mit einem Lipper verheiratet und ihrem Ehemann vor 20 Jahren aus ihrer Südseeheimat nach Detmold gefolgt, wo beide ihr „deutsch-samoanisches Familienprojekt gestartet haben“.
Die Grundhöfers unterhalten festen Kontakt zu den Verwandten in der Südsee und hatten nach der Tsunami-Katastrophe vom 30. September eine Hilfsaktion unter dem Namen samoa-taeao ins Leben gerufen. Vor allem Haushaltsartikel, Kleidung und einfache Werkzeuge für den Wiederaufbau zerstörter Häuser und Hütten fehlen sowie Kinderspielzeug, hatten die Rintelner Gymnasiasten erfahren. Und nicht zuletzt werde Geld gebraucht, um im März einen mit Hilfsgütern beladenen Hochseecontainer auf die Reise nach Samoa zu schicken.
„Das halbe Lehrerzimmer steht jetzt voll mit Spenden“, berichtet Dr. Fensterseifer, als am Sonnabendvormittag Temukisa Grundhöfer und ihre Tochter in die Schule gekommen sind, um über das Leben auf Samoa zu berichten.
Mit „Talofa“, so etwa heißt Guten Tag auf Samoanisch, werden Mutter und Tochter von den Schülern begrüßt und erwidern mit „Talofa labba“. Sie tragen die landesüblichen farbigen engen Kleider und zeigen, wie auf Samoa getanzt wird. Die Gäste stellen Kunsthandwerk und Gebrauchsgegenstände aus Samoa vor. Mit viel Humor erklärt Temukisa Grundhöfer, eine polierte und verzierte Kokosnuss könne gut als Handtasche fürs Handy oder zumindest für den Lippenstift genutzt werden.
Der Fächer aus geflochtenen Blättern diene auf den tropischen Inseln als „Handventilator“ und die in über 100 Stunden fein geflochtenen Matten aus Pflanzenfasern seien in ihrer Heimat Geschenk oder Tauschobjekt.
„Geld ist im Alltag nicht sehr beliebt auf Samoa“ und deshalb tauschten die Insulaner Gegenstände oder Tiere ein gegen Dinge, die sie ihrerseits brauchten. Überhaupt sei es üblich, Geschenke zu machen, um Wertschätzung auszudrücken. Gäste und auch Fremde würden üblicher Weise zum Essen eingeladen und dafür bezahlen zu wollen, „wird als ein Akt der Unfreundlichkeit gewertet“.
„Ich bin stolz, dass ich Samoanerin bin, trotzdem möchte ich dort nicht mehr leben“, verrät Temukisa Grundhöfer. Bei aller Liebenswürdigkeit der Menschen auf Samoa, seien ihr die gesellschaftlichen Regeln zu streng. „Denn der Mattai, der Dorfchef wacht hart darüber, dass sie eingehalten werden.“
Trotzdem liebt sie ihre Geburtsheimat und bringt sie gerne ihren deutschen Mitmenschen nahe, wie etwa die Kostproben von Gebäck und Süßspeisen, die sie mitgebracht hat. Ein Hauptbestandteil der Spezialitäten ist Kokosmilch. Und nach zögerlichem Probieren lassen sich die Schüler aus dem Weserbergland schnell überzeugen, dass „Dampfnudeln à la Samoa eine echte Alternative zu Muffins aus der Mensa sind.
Wer helfen will, kann auch eine Geldspende einzahlen bei der Postbank Frankfurt BLZ 500 100 60, Konto 137 695 604. Weitere Auskünfte gibt es täglich ab 16 Uhr unter Telefon 0163/74271 83.

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