Chinesische Austauschschüler zu Gast am Ernestinum

29 Nov, 2009
Autor: red
Kategorie: China

china09Warum ist der Himmel über Rinteln immer so blau? Leben hier wirklich nur so wenig Menschen? Und wie schneidet man eigentlich ein Brötchen auf? Drei Fragen, die ein Aufeinandertreffen der Kulturen kennzeichnen: Zum zweiten Mal haben chinesische Austauschschüler der „No. 8 Middle School“ das Gymnasium Ernestinum besucht. Nach einer über 24-stündigen Anreise sind 17 Schüler und zwei Lehrerinnen aus Chongqing in Rinteln angekommen. Erstmals dabei waren auch Schüler der Nankai-Schule in Chongqing, die Kontakte zum Gymnasium in Bad Nenndorf knüpfen wollten, um dort ebenfalls einen Austausch ins Leben zu rufen.
Offiziell begrüßt wurden die in Gastfamilien untergebrachten jungen Chinesen von Schulleiter Reinhold Lüthen und Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. „Wir danken der No. 8 Middle School, dass dieser Austausch möglich ist“, zeigte sich Lüthen froh, dass man in China diesem Projekt aufgeschlossen gegenüber stehe. „Auch wenn wir eine Europaschule sind, ist der Austausch mit China wichtig für uns“, betonte Lüthen – anstatt Ängste zu schüren, sollten so Freundschaften geknüpft werden. „Unsere Partnerschaft hat als zartes Pflänzchen begonnen und hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten überraschend positiv entwickelt“, sagte Studienrat Ralf Kirstan, der den Austausch und das gesamte Programm gemeinsam mit seiner Kollegin Maria Rollinger organisiert hat.
Als „außerordentlich interessant und wichtig“ bewertete auch Otto von Blomberg die Verbindungen nach China. Als Jugenddienstbeauftragter des Rotary Clubs Bückeburg begrüßte er die chinesischen Gäste. Der Rotary Club Bückeburg hat das Projekt mit einer großzügigen Spende unterstützt, ebenso wie die Bürgerstiftung Schaumburg, für die Peter Bekricht feststellte: „Dieser Austausch ist ein sinnvolles und richtiges Projekt.“
Während ihres zweiwöchigen Besuchs nahmen die Gäste aus China gemeinsam mit ihren deutschen Austauschschülern am Unterricht teil. Auch ein umfangreiches Besichtigungsprogramm war organisiert worden: Die jungen Chinesen trafen in Hameln den Rattenfänger, besichtigten das Bückeburger Schloss und verbrachten vier Tage in Berlin. Auf dem Gelände des JbF-Centrums auf dem Bückeberg wurde nach einer Wanderung gemeinsam gegrillt, im „rigoal“ gekickt und im Kletterpark geklettert.
Auf Einladung der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Rinteln haben die chinesischen Schüler außerdem mit der Klasse Sozial- und Familienpflege gekocht. „Es sollte typisch deutsche Gerichte geben – und da lag es nahe, die Kartoffel zu wählen“, erklärte BBS-Lehrerin Marie-Theres Bockhorst-Thöne. Kartoffelgratin, Backkartoffeln und Kartoffelsalat schmeckten den Gästen offensichtlich, denn schnell war alles aufgegessen.
Das unterschiedliche Essen war – neben der Verständigung in englischer Sprache und mit Händen und Füßen – wohl die größte Herausforderung für Gäste und Gastgeber. Beim Frühstück mussten die deutschen Schüler ihren Gästen erklären, wie man ein Brötchen aufschneidet und schmiert – die Brötchen wurden dann aber gern verspeist – und die Gastmütter machten sich unendlich Gedanken über den Speiseplan. Doch auch der kluge Chinese sorgt vor: So hatte der 16-jährige Lee mehrere Gläser Pfeffer-Chili-Soße im Gepäck und genoss die grüne Masse zu Nudeln, Reis und Kartoffeln – Fleisch und Gemüse hingegen wurden allenfalls sehr vorsichtig probiert.

Schule von 7 Uhr bis spät in den Abend

Überwältigt waren die Chinesen von der Natur in unserer Region. Immer wieder fragten sie nach, ob wirklich nur einem Landwirt die großen Felder gehören, ob der Himmel immer so blau ist, völlig ohne Smog – und als einem chinesischen Austauschschüler bei einem Spaziergang durch den heimischen Wald eine Herde Rehe über den Weg lief, war seine Begeisterung nicht mehr zu stoppen.
Auch die wenig besiedelten Städte beeindruckten die Gäste. „Selbst in der voll besetzten U-Bahn in Berlin meinten die Chinesen, dass in Deutschland nur sehr wenig Menschen leben“, wunderte sich Maria Rollinger. Kein Wunder: In Chongqing leben etwa 30 Millionen Menschen in riesigen Hochhäusern, der Himmel ist durch den starken Smog eigentlich nie zu sehen. Die Schüler gehen von morgens 7 bis abends 22 Uhr zur Schule, Freizeit und Freiheiten wie ihre deutschen Altersgenossen kennen sie nicht.
Wie ihre Austauschschüler in China leben, werden die Rintelner im März 2010 beim Gegenbesuch erfahren. Bis dahin bleibt man per Mail in Kontakt. „Aber ich kann nur einmal im Monat schreiben, sonst habe ich Schule oder muss lernen“, entschuldigt sich Lee schon bei der Abfahrt.

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