Sechs Wochen durch Afrika – 20 Jugendliche radeln für humanitäres Projekt / Ernestinum Partnerschule

12 Okt, 2007
Autor: saw

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5000 Kilometer zu den Quellen des Lebens
Rinteln (mld). 5000 Kilometer durch Ostafrika zu radeln, klingt nicht nach entspanntem Urlaub. Und nicht gerade nach einer Sache, mit der 20 Jugendliche aus Niedersachsen und der Normandie gerne sechs Wochen ihrer Zeit verbringen. Doch um genau dieses Vorhaben ging es, als die Schulabgänger gestern ihr Trainingslager auf den Wiesen des Gymnasiums Ernestinum aufgeschlagen und staunenden Schülern eine Dusche in Zeltform oder die Bauweise eines „Holzsparofens“ erklärt haben.

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Bela David (r.) zeigt, wie der „Holzsparofen“ funktioniert, auf dem gerade Artischocken köcheln. Foto: mld
Bei dem Projekt „An den Quellen des Lebens“ geht es um eine Kooperation zweier humanitärer Organisationen aus Frankreich. Eine Fahrradtour wird von Mitte Februar bis Ende März von Tansania über Kenia nach Äthiopien führen, und unter der Leitung des Radprofis Lionel Groult sollen die Jugendlichen nicht nur Aufbau- und Aufklärungsarbeit leisten, sondern auch zu der Wiederbelebung der Städtepartnerschaft von Rouen und Hannover beitragen.
So befinden sich unter den Teilnehmern auch Matteo Parisi aus Hannover und Bela David aus Roderbruch, die den Rintelner Schulklassen gestern bereitwillig ihr Vorhaben erklärt sowie ihre Fahrräder, die Ausrüstung und den Proviant gezeigt haben. Danach wurden die Schüler zu einem ganz besonderen Gegenstand, der zwischen ihren Zelten aufgebaut war, geführt – einem „Holzsparofen“.
„Eine Familie in Afrika benötigt zum Kochen etwa 50 Kilo Holz pro Woche“, erklärt David. „Hiermit würde sie nur etwa sieben Kilo brauchen.“ Der Ofen lässt sich aus drei Konservendosen nachbauen und soll mit seiner Effizienz gleichzeitig der Wüstenbildung entgegenwirken.
Denn obwohl das Hauptaugenmerk des Projektes auf dem Bau eines Kinderzentrums imäthiopischen Bahir-Dar liegt, haben sich die Jugendlichen auch sonst viel vorgenommen: Sie haben zum Beispiel Sketche einstudiert und Comics gezeichnet, um auch ohne das Beherrschen von afrikanischen Dialekten über Malaria aufklären zu können. „Wir werden zwar Moskitonetze dabei haben, die wir verteilen, aber es ist doch viel sinnvoller, die Menschen aufzuklären“, meint Parisi.
Finanziert wird das Projekt größtenteils durch die beiden Organisationen „Les amis du monde“ und „Les portes de la vie“ sowie durch Spenden französischer Firmen.
Unabdingbar sind auch die Partnerschaften mit Schulen wie dem Ernestinum: Die Klassen werden die von den Radfahrern gesammelten Informationen, die jeden Abend aus Afrika via Internet verschickt werden, in ihrem Geografie-, Politik- oder Französischunterricht behandeln und auswerten. Interesse haben auch Radiosender sowie der französische Fernsehkanal „France3“ angemeldet. Auf deutscher Seite wird gerade mit dem NDR über eine mögliche Dokumentation verhandelt. Ernestinum-Lehrer André Sawade freut sich: „Wir sind stolz, an so etwas Großem beteiligt sein zu dürfen!“
© Schaumburger Zeitung, 10.10.2007

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