MUNE: "Vereinte Nationen" tagen in Rinteln

13 Sep, 2007
Autor: saw
Kategorie: Projekte

Politik aus erster Hand: Ernestinum-Schüler versuchen sich als Redner im Forum der Weltöffentlichkeit
Rinteln (cok). Dass die Vereinten Nationen einmal in Rinteln tagen würden! Heute ab 9.30 Uhr kommen sie zusammen, die Gesandten der Staaten dieser Welt, um sich in ihren Gremien zu treffen und Resolutionen zu verfassen. Ort der Veranstaltung: Das Gymnasium Ernestinum.
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Sonja Rinne (r.) und Lena Neuberg waren von einem UN-Rollenspiel an einer Schule in Holland so fasziniert, dass sie auch andere Schüler am Ernestinum dafür begeistern konnten. Heute und morgen wird die UN in Rinteln Realität. Foto: cok
Das Projekt, das dahinter steht: „Model United Nations“ – eine von Rintelner Schülern organisierte Simulation von Sitzungsarbeit und Verhandlungsabläufen der UN. Die 18-jährige Sonja Rinne leitet das ehrgeizige Projekt und übernimmt dabei die Rolle der Generalsekretärin. Zusammen mit ihrer Mitschülerin Lena Neuberg und etwa acht anderen Schülern aus dem Englisch-Leistungskurs des 13. Jahrgangs steckte sie ein halbes Jahr intensiver, begeisternder Arbeit in dasUnternehmen, an dem insgesamt rund 50 Schüler teilnehmen, indem sie für zwei Tage in die Rolle von Delegierten einzelner Länder schlüpfen und entsprechend in den politischen Verhandlungen auftreten.
Überall auf der Welt werden solche Simulationen unter dem Stichwort „Model United Nations“ organisiert, meistens an Universitäten, manchmal auch an weiterführenden Schulen. Sonja, Lena und die anderen Ernestiner kamen auf die Idee, ebenfalls so ein Projekt in Angriff zu nehmen, nachdem sie im letzten Jahr mit ihrem Leistungskurs in Holland selbst als Delegierte eines MUN teilnahmen und restlos fasziniert von der Erfahrung zurückkehrten. „Das hat uns angetrieben!“, sagt Sonja Rinne. „Wir wollten unbedingt auch bei uns ein MUN auf die Beine stellen.“ Die Verkehrssprache während des MUNE, des „Model United Nations Ernestinum“, ist Englisch.
Jeder der Teilnehmer an diesem Rollenspiel hat sich – je nachdem, ob er zum Sicherheitsrat oder zum Wirtschaft- und Sozialrat gehört – nicht nur auf die zu diskutierenden Themen vorbereitet, sondern auch auf die Rolle, die „sein“ Land bei der Entscheidungsfindung vermutlich spielen würde. „Allein das forderte so intensive Vorbereitung“, meint Lena Neuberg. „Da gibt es nämlich keine fertigen Vorgaben, sondern jeder musste sich seine Informationen aus über 100 verschiedenen Quellen zusammensuchen.“ Zur Diskussion stehen Problemfelder wie der Israel-Palästina-Konflikt, der Globale Klimawandel oder auch „Euthanasie“, wobei zu letzteren Themen auch lokale Referenten eingeladen wurden, der Rintelner Meteorologe Prof. Dr. Günter Gross etwa und auch Superintendent Andreas Kühne-Glaser vom Kirchenkreis Grafschaft Schaumburg.
Die entsprechenden und von allen gemeinsam zu verantwortenden Resolutionen werden dann auf der Abschlusssitzung vorgetragen und schließlich auch auf der eindrucksvoll professionell aufgezogenen Internetseite www.mune-rinteln.de veröffentlicht.
Den beiden Schülerinnen ist ihre große Begeisterung und Vorfreude unbedingt anzumerken. „Selbst wenn die Veranstaltung nicht so toll werden sollte, wie wir es erhoffen, dann hat die Zeit der Vorbereitung schon so viel für uns gebracht“, sagt Lena.
Und Sonja ergänzt: „Wir wollen eben auch zeigen, dass junge Leute nicht unbedingt politikfaul sind, sondern einiges daran setzen, um ein tieferes Verständnis für die politischen Entscheidungsprozesse zu gewinnen, die uns schließlich in einer globalisierten Welt alle angehen.“

© Schaumburger Zeitung, 12.09.2007

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