eine Einschulungsfeier für die neuen Fünftklässler

Die größte Einschulung im Stadtgebiet fand am Gymnasium Ernestinum statt. Dort versammelten sich 156 Fünftklässler mit ihren Eltern, jüngeren Geschwistern und teilweise sogar Großeltern. Im Gepäck hatten sie alle einen Informationsbrief, den die Schule schon vorher verschickt hatte. Die Schüler hatten sehr schnell verstanden: Die Farbe des Briefes zeigte an, in welcher Klasse der Schüler sein würde. Und so wurde schon während der Begrüßungsansprache des Direktors Reinhold Lüthen gespannt nach zukünftigen Klassenkameraden Ausschau gehalten.

Lüthen versuchte, den ehemaligen Grundschülern die Angst vor der ungewohnt großen Schule zu nehmen. Er informierte die neuen Gymnasiasten darüber, dass es an der Schule etwa 90 Lehrer gibt, „alle komplett nett natürlich“. Diese seien für insgesamt rund 1200 Schüler da, die „ebenfalls komplett nett “ seien. Und er bat die Schüler, sich nicht zu schnell ein Bild von ihren neuen Lehrern zu machen. „Die Lehrer, die auf den ersten Blick die gefährlichsten und fiesesten sind, sind zum Schluss die nettesten und ihr seid froh, dass ihr sie habt“, machte er den Schülern Mut.

Die Eltern bat der Schulleiter darum, nicht enttäuscht zu sein, wenn die Leistungen der Kinder zunächst so gut sind, wie gewohnt. „Ihre Kinder gehörten in der Grundschule zu den Besten, jetzt sind alle Besten zusammen“, rief er in Erinnerung. Und auch wenn die Kinder nun aus dem Grundschulalter heraus seien, bräuchten sie noch immer die Unterstützung ihrer Eltern – und sei es nur bei der Kontrolle, ob die Hausaufgaben regelmäßig angefertigt werden. „Manchmal müssen Sie noch eine Entscheidung für ihre Kinder treffen“, bat er. „Das können die Kinder noch nicht alles alleine.“

Die Feierstunde am Ernestinum endete mit einem Dank an Lehrerin Andrea Büssing, welche die Organisation und Koordination der Feier übernommen hatte. Außerdem dankte Lüthen der Bläserklasse 6.3, welche die Feier musikalisch begleitete und dafür sogar in den Ferien geübt hatte. Anschließend teilten die Schüler sich den Farben ihrer Briefe entsprechend in sechs Klassen auf. Darunter sind in diesem Jahr sogar zwei Bläserklassen, in denen alle Kinder eine Stunde Musikunterricht mehr haben und ein neues Instrument erlernen. „Eigentlich wollten wir nur eine Klasse anbieten“, sagt der Schulleiter. Aber die Nachfrage sei zu groß gewesen. „Und da wir nicht 15 Kindern absagen wollten, haben wir viel telefoniert und so noch eine zweite Klasse voll bekommen.“

Nicht weniger aufgeregt als die Schüler des Ernestinums dürften auch die 85 neuen Fünftklässler der Hildburg-Realschule gewesen sein. Sie werden zukünftig in drei Klassen zu je 28 oder 29 Schülern unterrichtet. Ganz andere Klassenzahlen gibt es an der Hauptschule am Ostertor. Die dreißig Schüler, die dort gestern einen neuen Lebensabschnitt begonnen haben, werden in zwei Klassen unterrichtet, in denen jeweils nur 15 Schüler sind.

nach einem Artikel aus der SZ  vom 19.08.2011 – 00.00 Uhr