Schulsanitätsdienst

saniHat sich ein Kind beim Spielen auf dem Schulhof verletzt oder wird ihm während des Unterrichts schlecht, gibt es neue Ansprechpartner Ernestinum: Ab sofort gibt es an unserer Schule einen Sanitätsdienst.

Der Grundgedanke zu diesen Einrichtungen, von denen es laut Deutschem Roten Kreuz (DRK) 2500 in ganz Deutschland gibt, davon 250 in Niedersachsen, ist einfach: Um die Sekretariate und Lehrer bei verletzten oder kranken Schülern zu entlasten, springen vom DRK ausgebildete Schüler ein, leisten Erste Hilfe, betreuen oder rufen, wenn nötig, den Notarzt.

„Wir hatten bisher das Gefühl, dass unsere Betreuung bei Unfällen oder kranken Schülern nicht besonders gut war“, erläutert Lehrer Lars Barkhausen, der die AG Schulsanitätsdienst leitet. Das habe sich durch die „Schulsanis“ geändert: „Die Einrichtung erfüllt definitiv ein Sicherheitsbedürfnis bei uns.“ Dass Erste Hilfe an Schulen gebraucht wird, hat das DRK ausgerechnet: Jährlich ereigneten sich an deutschen Schulen etwa eine Million Unfälle.

Patrouillen auch während der Pausen

Barkhausen erläutert das Vorgehen der Schulsanitäter: Wird ein Kind krank oder verletzt es sich, meldet es sich im Sekretariat. Zwei Helfer haben pro Tag Dienst und können über eigens angeschaffte Handys alarmiert werden. Die Schulsanitäter kommen zum Sekretariat und kümmern sich um den Schüler, wie sie es im Vorbereitungskurs des DRK in 16 Stunden gelernt haben. Mit dabei ist immer eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, die von der Barmer Krankenkasse gesponsert wurde. Neben der Ersten Hilfe begleiten die Schüler auch schulische Veranstaltungen und patrouillieren während der Pausen auf dem Schulhof.

„Dass gleich Hilfe zur Stelle ist, gibt auch den Schülern ein gutes Gefühl“, so Barkhausen. Schulleiter Reinhold Lüthen spricht von einer „enormen Entlastung“ des Sekretariats. Besonders die jüngeren Jahrgänge, also die fünften und sechsten Klassen, seien oft Kandidaten für Verletzungen.

Angeschoben hat diese bundesweite Initiative das Jugendrotkreuz, bezahlt wird die Ausbildung zum Schulsanitäter von den jeweiligen DRK-Kreisverbänden. Einmal im Jahr gibt es eine Fortbildung für die Schüler.

Wie Erste Hilfe im Ernstfall aussehen könnte, demonstrierten die Rintelner Schulsanitäter bei Wolfgang Foerstner, ehemaliger Ernestinum-Schulleiter und Erster Vorsitzender des DRK-Kreisverbands.

„Stellt euch vor, ich habe eine Schnittwunde“, stellte er eine Aufgabe. Kein Problem für die „Sanis“: In null Komma nichts war die „Wunde“ versorgt.

Am Ernestinum war die Resonanz auf das Sanitäter-Angebot groß: 20 Schüler hatten sich gemeldet, auswählen konnte AG-Leiter Barkhausen für den ersten Jahrgang nur zehn. Sie stammen aus den neunten und zehnten Klassen.

Der freiwillige Dienst macht sich nicht nur im späteren Abschlusszeugnis gut, wie „Sani“ Yvonne Waschitzek sagt: „Ich finde es wichtig, Menschen zu helfen.“