Gymnasium Ernestinum Rinteln

Europaschule

Theater- und Musicalabend 2007 der Sek. I

Schulalltag im Cyber-Zeitalter und ganz früher

Rinteln (who). Das Informations- und Cyber-Zeitalter bestimmt den Alltag der Schüler von heute mit.

Das haben die Unterstufen-Klassen 5 bis 7 am Gymnasium Ernestinum bei einem Theater- und Musicalabend dargestellt. Die Theater-AG von Josephine Kappes und die Musical-AG von Martin Requardt haben im ablaufenden Schuljahr an den Szenen für das rund 50-minütige Programm gearbeitet. Die Chatrunde, bei der eine ganze Klasse trotz leibhaftiger Nachbarn nur mit dem Laptop kommuniziert, zeigte die elektronische Welt von morgen - den krassen Gegensatz dazu zeigte die Darstellung vom Schulalltag um 1907 mit strengem Pauker. Mit dem Musicalprogramm “Der kleine Elefant” begeisterten die Schüler im zweiten Teil ihre Familien.

© Schaumburger Zeitung, 10.07.2007

Schriftsteller Nevfel Cumart eröffnet “Schreibwerkstatt”

“Ich krieg’ sie aber doch alle rum” - zaghafte Gehversuche im Schreiben

Rinteln (cok). In den verschiedensten Schule undüberhaupt mit den unterschiedlichsten Menschen schon hat Schriftsteller Nevfel Cumart aus Bamberg eine “Schreibwerkstatt” eröffnet. Diesmal war er wieder am Ernestinum und lud Schüler aus der 12. Jahrgangsstufe ein, phantasievolle Texte zu schreiben und zu lernen, wie man es gut machen kann.

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“Das Schöne ist: Die Schüler arbeiten den ganzen Vormittag, aber sie empfinden es nicht als Arbeit”, sagt er. Im Deutsch-Leistungskurs von Lehrerin Josephine Kappes ging es darum, Figuren zu entwerfen und ihnen dann eine Geschichte zu widmen. Verschiedene spielerische Aufgaben führten dahin, dass am Ende alle eine kleine Erzählung geschrieben hatten. “Wenn man die Schüler packt, kann man ihr kreatives Potenzial freischalten.” Packen kann man sie in dieser Weise aber oft nur, wenn einige schultypische Umstände ausgeklammert werden. So verschwand die Lehrerin ziemlich bald aus dem Arbeitsraum, das Schreiben war jenseits einer Zensuren-Bewertung. Cumart verzichtet auf jede Art von Zwang: Niemand muss seine Texte vorlesen, es gibt keine Kritik am einzelnen Text. “Wir wissen, dass es sich um Rohfassungen handelt”, sagt er. “Es geht darum zu entdecken, dass man schreiben kann.”

Die Deutsch-Leistungskursler haben am Ende der “Schreibwerkstatt” zum Teil ziemlich lange Texte geschrieben, die auch sehr gerne angehört wurden. Wenn Nevfel Cumart dagegen an Hauptschulen auftaucht oder an Gesamtschulen in sozialen Brennpunkten, dann ist es schon bemerkenswert, wenn Kinder, die so gut wie nie freiwillig schreiben, auch nur fünf Sätze zu Papier bringen, ihre eigenen Sätze, auf die sie dann sehr stolz sind. “Ich krieg’ sie aber doch alle immer rum”, meint er. “Und für manche ist es der Beginn eines neues Selbstvertrauens.”

Das “kreative Schreiben”, die Entstehung von “Schreibwerkstätten” an Schulen, Volkshochschulen, Universitäten oder im privaten Kreis unter Jugendlichen und unter Erwachsenen, entstand Ende der siebziger Jahre, als auch der Versuch gemacht wurde, die Lehrpläne für das Fach Deutsch umzugestalten. “Schreiben kann jeder!”, so war der Titel eines Buches, das dafür plädierte, im Schreiben einen Bereich der Selbsterfahrung zu entdecken, der jedem zugänglich ist, wenn nur nicht Maßstäbe angelegt werden, die den einen Text ins Töpfchen, den anderen ins Kröpfchen befördern.

Seit fast 20 Jahren bietet der Schriftsteller Schülern diese Möglichkeit, indem er mit seinem Schreibwerkstatt-Angebot durch ganz Deutschland reist. Dabei erzählt er auch von seinem Leben als Autor, davon, dass ein einziges kleines Gedicht manchmal zwei Jahre brauchen kann, um endlich so dazustehen, wie er es will. Auch wenn er in den Schreibkursen keine harte Textkritik betreibt, so merken die Schreibenden oft schon beim Vorlesen und Zuhören, wo ein Text zu seinem Vorteil verändert werden könnte, was es ist, dass einen Leser packt.

Im normalen Schulalltag hat das “kreative Schreiben” leider keine so guten Entfaltungsmöglichkeiten. Der Zwang, an jeden der Texte einen Maßstab anzulegen, der schließlich zu einer Punktzahl für die Endnote im Fach führt, zerstört nur zu leicht genau das, was im freien Schreiben wachgerufen werden soll: Den Mut, Experimente zu machen. Umso schöner, dass die Friedrich-Bödecker-Stiftung und die niedersächsische VGH-Stiftung die zweitägige Schreibwerkstatt ermöglichten.

© Schaumburger Zeitung, 09.07.2007

Abientlassung 2007

“Sie pauken hier nicht für Pisa-Rangplätze”

Abiturentlassfeier am Gymnasium Ernestinum mit hohem Informations- und Unterhaltungswert

Rinteln (wm). Abifeiern waren jahrzehntelang ein steifes Zeremoniell mit Rednern, die “Fragen beantwortet haben, die niemand gestellt hat”, wie das Bürgermeister Karl-Heinz Buchhholz ironisch anmerkte. Dagegen hat sich die Abschlussfeier am Gymnasium Ernestinum im Lauf der Jahre zu einer ausgesprochen unterhaltsamen Veranstaltung entwickelt: Wenn Lehrer Papierflieger ins Publikum gleiten lassen, und spöttisch intonieren, die nächsten “Opfer”kämen bald, hat der neue Geist, die “Mischung aus Spaß und Ernst”, auch das Kollegium erfasst, wie Abiturient Jan Struckmeier den Schulalltag charakterisierte, den die Abiturienten jetzt hinter sich gelassen haben.

Maria Gascoigne und Jan Struckmeier zogen für ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler Bilanz der sieben Jahre: Es war eine Mischung aus Ernst und Spaß. Fotos: tol

Dass die Schüler leistungsbereit sind, aber trotzdem Spaß am Lernen haben wollen, darum drehte sich dann auch der Dialog zwischen Jan Struckmeier und Maria Gascoigne wie auch die gekonnten Persiflage der Theatergruppe auf die Zukunftsängste der Abiturienten: “Ich sage nur CO 2!” Gymnasialleiter Reinhold Lüthen bestätigte den Abiturienten, sie hätten zum Endspurt noch einmal richtig “rangeklotzt” und lobte all’ die Schülerinnen und Schüler, denen keine eins vor dem Komma gegönnt war (nämlich die Mehrheit), die es aber trotz aller Schwierigkeiten geschafft haben: “Sie pauken hier ja nicht fürPisa-Rangplätze.” Es wäre schon Zynismus, würde eine Schule nur auf die optimale Durchschnittsnote eines Jahrgangs schauen.

Bürgermeister Buchholz empfahl den Ex-Schülern, die in den sieben Jahren gewachsenen Freundschaften weiter zu pflegen, sein Kollege aus dem Auetal, Thomas Priemer versprach: “Geht in die Welt hinaus, kommt aber auch wieder zurück, ich halte euch bis dahin einen Bauplatz frei” - großer Applaus des Auditoriums.

Eberhard Schierschke, Abiturient des Jahrgangs 1957 und Oberstudiendirektor i.R., wünschte sich, dass 2057 “einer von ihnen hier steht - und der wird dann vermutlich so aussehen wie ich heute”. Schierschke machte mit ein paar Beispielen den gewaltigen Zeitsprung von 50 Jahren deutlich - da gab’s noch kein Farbfernsehen, durch Rinteln fuhr die Extertalbahn, die Russen hatten gerade ihren Sputnik in seine Umlaufbahn geschossen.

Lehrer Manfred König kombinierte pointiert Mathematik mit Zeitkritik und schaffte es mühelos, seinen Zuhörern verständlich zu machen, warum ohne Mathematik Brücken einstürzen und Kriege verloren gehen, wie schon das Beispiel des Thales von Milet zeige, der am 28. Mai des Jahres 585 v. Chr. den Lydern eine Sonnenfinsternis voraussagt hat - und auch, dass die nicht lange dauern würde. Das gegnerische Heer der Medern, ohne einen solch mathematisch gebildeten Berater, habe dagegen an einen Fluch der Götter geglaubt und die Waffen fallen lassen.

Und König gab den scheidenden Schülern einen Sinnspruch mit auf den Weg, wie man ihre aktuelle Situation nicht prägnanter hätte ausdrücken können: “Ein Schiff, das im Hafen liegt, ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut.”

Und einen ganz besonderen Preisträger unter den vielen mit Schülerinnen und Schülern mit herausragenden Leistungen gab es auch: Kin Ovanesov, der mit minimalen Schulkenntnissen am Gymnasium antreten war - er beherrschte nicht einmal die Bruchrechnung - und das Ernestinum jetzt als mit Bester des Jahrgangs verlassen kann.

© Schaumburger Zeitung, 02.07.2007

Kunstprojekt der Soissons-Schüler: Wohnen am Wasser mit viel Grün und futuristischen Häusern

Austauschschüler entwerfen Steinanger-Modelle

Rinteln (clb). Im Rahmen des Schüleraustausches der achten und neunten Klassen des Gymnasiums Ernestinum haben die französischen Austauschschüler aus Soisson bei ihrem Besuch in Rinteln Kunstmodelle für eine mögliche Bebauung des Steinangers entwickelt.

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“Jeder Austausch findet unter einem bestimmten Thema statt, diesmal lautete das Motto?Die ideale Stadt’”, erklärt der Französischlehrer André Sawade, der das Projekt gemeinsam mit Sylvia Bohle betreut. Beim Frankreichbesuch im letzten Herbst hätten sich die Lehrer und Schüler bereits utopische Siedlungen angeschaut. Und in Deutschland hat die Gruppe ein Expo-Projekt zur Weltausstellung in Hannover sowie die Hafen-City in Hamburg besichtigt.

Anschließend haben die Schüler das Steinangergelände besichtigt, um sich ein Bild von dem Objekt zu machen. Im Kunstunterricht hatten sie dann die Möglichkeit, mit Ton und Pappe eigene Modelle zu entwerfen, die das zukunftsträchtige und generationenübergreifende “Wohnen am Wasser” thematisieren und zeigen, wie der Steinanger aussehen könnte. Nach der”Bastelaktion” schaute sich auch Bauamtschef Reinhold Koch die Entwürfe der Schüler an. Die Modelle sind momentan noch in der ersten Etage des Ernestinums ausgestellt, abschließend soll ein Dokumentationsheft über das Projekt entstehen.

© Schaumburger Zeitung, 29.06.2007

Lk Politik organisiert Podiumsdiskussion

Ganz große Koalition für Tata und Antonia Li

Schülergespräch im Ernestinum zum Bleiberecht verläuft emotional und sachlich zugleich

Von Ulrich Reineking Rinteln. Weiterlesen…

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