London - A different view
Immer kurz vor den Herbstferien finden unsere traditionellen Kursfahrten des Abiturjahrgangs statt. Die Fahrten werden von Lehrern und Schülern im Leistungskurs oder im Seminarfach vor- und nachbereitet und ergänzen und vertiefen so ganz konkret die Vorbereitung auf das Abitur. Weiterlesen…
Tom Buckler aus Kendal ist Schulassistent am Ernestinum - und geht Ende Juni nach England zurück
Tom Buckler aus Kendal hat sozusagen ein Jahr lang Städtepartnerschaft pur in Rinteln vor- und ausgelebt. Der junge Brite ist Fremdsprachenassistent am Gymnasium Ernestinum gewesen und stellt sich allmählich auf die Rückkehr in seine Heimatstadt im malerischen Lake District ein.
Alle lieben Tom: In seinem Jahr als Fremdsprachenassistent am Gymnasium Ernestinum hat Tom Buckler aus Rintelns britischer Partnerstadt Kendal viele Freunde gewonnen.
“Der 21-jährige Student hat mit seiner offenen und originellen Art nicht erst im vergangenen Schuljahr Herzen erobert”, bestätigt Sylvia Bohle. Die Fachobfrau des Rintelner Gymnasiums für Englisch ist Toms Mentorin gewesen und versichert: “Wir würden ihn am liebsten gar nicht wieder gehen lassen, weil er eine so tolle Hilfe und Bereicherung für den Unterricht gewesen ist.”
Im Rahmen eines EU-Austausch-Programms hatte sich Tom Buckler um eine Schulassistenten-Stelle in Deutschland beworben. “Dass er aber ausgerechnet nach Rinteln und zu uns ans Ernestinum wollte, hat man bei der Vermittlungsstelle in Hannover nicht verstehen wollen, weil die meisten Bewerber lieber an eine Großstadtschule wollen”, erklärt Sylvia Bohle.
Für ihn sei von vornherein nichts anderes als die deutsche Partnerstadt von Kendal infrage gekommen, bestätigt Tom. Und auch, dass er dafür mindestens zwei triftige Gründe gehabt hat: Denn schon im Jahr 2004 sei er als Austauschschüler am Ernestinum gewesen und sein Plan sei es gewesen, jetzt für ein Jahr in Rinteln seine Deutschkenntnisse zu verbessern sowie gleich die vor vier Jahren geschlossenen Freundschaften aufzufrischen.
Zu beidem hat er reichlich Gelegenheit gehabt, so in den ersten Wochen, während er bei Familie Wethmüller am Kirchplatz gewohnt hat, bevor er für die übrige Zeit eine eigene kleine Wohnung bezogen hat.
“Tom ist völlig in den Englischunterricht integriert gewesen, von der fünften bis zur 13. Klasse”, erklärt Sylvia Bohle. Ein Schwerpunkt sei der Kleingruppenunterricht gewesen mit der Möglichkeit für die Schüler, Englisch im Originalton hören zu können. “Die Kleineren haben anfangs gemeint, meine Stimme höre sich an wie die von Mister Bean aus dem Fernsehen”, berichtet er mit einer guten Portion von trockenem britischen Humor.
Dass Tom nicht zu vergleichen sei mit dem skurrilen Comedy-Sonderling, hätten alle schnell miterleben können, bestätigt Sylvia Bohle. Er habe unter anderem mit den Schülern Themen behandelt und besprochen, “die im normalen Unterricht nicht vor- kommen”.
Zum Beispiel “Comedy in Great Britain” und tagesaktuelle Geschehnisse. Darüber hinaus sei der Schulassistent je nach Bedarf variabel im Unterricht eingesetzt worden, wo immer Unterstützung gebraucht worden sei.
In der Begabtenförderung hat Tom Buckler geholfen, Englischkenntnisse und Aussprache zu verfeinern. In der Förderschule am Sonnabend für die neunten Klassen hat sich Tom für die Verbesserung der Schreibkompetenz der Schüler engagiert. “Und ganz besonders beliebt war die ?Teatime with Tom’ an jedem Mittwoch in der Mittagspause”, berichtet Sylvia Bohle davon, wie begeistert die Schüler bei Tee beziehungsweise Kaffee fast beiläufig ihr Englisch trainiert haben. Und fast ganz nebenbei sei Tom auch noch Jury-Mitglied bei einem Englisch-Vorlesewettbewerb gewesen.
“Die Zeit mit Tom war super”, schwärmt die Lehrerin und stellt dem erprobten Fremdsprachenassistenten damit das allerbeste Zeugnis aus. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge lässt der gesamte Fachbereich Englisch ihn ziehen.
Tom Buckler selber hängt allerdings auf eigenen Wunsch noch ein paar Wochen in Deutschland dran bis Ende Juni. Er wolle ein Praktikum in einer Rintelner Arztpraxis folgen lassen, verrät der junge Brite.
Der Hintergrund: “Mit meinen Fächern Deutsch und Altgriechisch will ich eigentlich Medizin studieren und nicht Lehrer werden, was aber von Anfang an nicht mein Plan gewesen ist”, sagt Tom. Trotzdem werde er mit zwei weiteren Semestern in Deutsch und Altgriechisch sein Fremdsprachenstudium in Edinburgh zu Ende bringen.
© Schaumburger Zeitung, 30.05.2008
Kendal 2006
Schülerinnen aus Kendal in Rinteln / Gegenbesuch im Juli
Im Rahmen eines Austausches beider Schulen sind am Mittwoch vier Oberstufen-Schülerinnen mit ihrer Deutsch-Lehrerin Julie Scattergood in der Weserstadt eingetroffen. Schon die Anreise habe gezeigt, wie einfach heute Schüleraustausch sein könne, erklärt Dagmar König, die als Englisch-Lehrerin am Ernestinum die partnerschaftlichen Besuche organisiert und begleitet. “Es ist ja heute so unkompliziert und preisgünstig zu fliegen. Die Gruppe ist von Manchester direkt nach Hannover geflogen.”
Mit der Ankunft haben die Besucherinnen ihre Muttersprache so zu sagen an der Garderobe abgegeben. “Hier wird nur Deutsch gesprochen und wenn wir in Kendal sein werden, nur Englisch”, erläutert Dagmar König. Wenn wir dann im Juli zum Gegenbesuch in Kendal sein werden, gilt für uns das Gleiche und wir werden für die Aufenthaltsdauer nur Englisch sprechen.”
Die beiden Lehrerinnen bestätigen, sowohl die Rintelner Schülerinnen als auch die Gäste aus Kendal haben sich eigentlich schon im Vorfeld gut kennen gelernt. Fotos und Briefe seien hin und her geschickt worden, meist per e-Mail oder Fax: “Deshalb haben sich alle schon gleich beim Abholen am Flughafen erkannt.” Am textilen Äußeren sind darüber hinaus keinerlei nationale Unterschiede mehr fest zu machen. Die euröpäischen Ländergrenzen sind gefallen und der international gängige Jeans-Look hat das Seine dazu getan. Es ist so gut wie unmöglich, an der Optik zu unterscheiden, wer aus Kendal und wer aus Rinteln stammen könnte.
Wahrscheinlich haben Besucherinnen am ehesten die Möglichkeit doch noch den einen oder anderen Unterschied im Zusammensein mit den Familien ihrer Gastgeberinnen zu entdecken. Bis zum Abflug am Dienstag ist Gelegenheit dazu. Ebenso bei gemeinsamen Unterrichtseinheiten oder bei Ausflügen, wie am Freitag in den Harz.
Einen ganz bezeichnenden Bereich, mit Bedarf nach näherem gegenseitigen Kennenlernen haben die Schülerinnen aus Kendal und Rinteln allerdings gleich am ersten offiziellen Besuchstag gemeinsam erkundet: die deutsche Küche. An Kasseler Braten mit deutschem Sauerkraut hat sich nur eine der Besucherinnen von den britischen Inseln heran gewagt. Zunächst jedenfalls. Die anderen drei Schülerinnen aus Kendal haben beim gemeinsamen Mittagessen den Schaschlikspießen mit Reisbeilage den Zuschlag gegeben.
Mit dem Besuch in Rinteln geben beide Schulen ihren partnerschaftlichen Beziehungen erneut frische Impulse. “Dies ist erst der dritte Austausch in 10 Jahren”, erklärt Dagmar König. “Bis zu unserem Besuch in Kendal im vorigen Jahr hatten wir eine längere Pause gehabt, aber jetzt werden wir schon wieder vom 3. bis zum 9. Juli nach Kendal fahren beziehungsweise fliegen.”
Schaumburger Zeitung, 25.02.2006
Schüleraustausch 2006
Queen Katherine School Kendal – Gymnasium Ernestinum Rinteln
Besuch in Rinteln: 22.02.2006 – 28.02.2006
Mittwoch 22.02.
13.50 h Ankunft Flughafen Hannover / Abholung durch die Gastgeber,
in den Gastfamilien
Donnerstag 23.02.
Gymnasium Ernestinum, Teilnahme am Unterricht
12.20 h gemeinsames Mittagessen in der Mensa
17 h – 19 h Kegeln, evtl. Bowling im Freizeitcenter
Freitag 24.02.
8 h – 18 h Tagesausflug in den Harz,
Besuch von Goslar und Wernigerode
Samstag 25.02. in den Gastfamilien
Sonntag 26.02. in den Gastfamilien
Montag 27.02.
Gymnasium Ernestinum, Teilnahme am Unterricht (1./2. Stunde)
10 h Empfang im Rathaus durch den Bürgermeister
12 h Ausflug nach Hameln
19 h Abschiedsabend im „Stadtgarten“
Dienstag 28.2.
Gymnasium Ernestinum, Teilnahme am Unterricht
11.45 h Transfer zum Flughafen Hannover