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"Wir jammern auf sehr hohem Niveau."
- Bodo Hauser
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1970-1975
Jahre des Terrors und der Skandale
Diese Jahre halten viele politische Skandale und terroristische Anschläge für Deutschland bereit. Die DDR grenzt sich in dieser Zeit weiter ab.
Die Ost-West-Beziehungen - 1971 erhält Bundeskanzler Willy Brandt wegen seiner Ostpolitik den Friedensnobelpreis. Er habe damit einen wichtigen Beitrag für den Frieden in Europa geleistet. Im gleichen Jahr wird durch das Viermächteabkommen [?] und die Transitvereinbarung der Status von West-Berlin und die Zufahrt dorthin geregelt.
Die DDR zeigt sich kompromissbereit: 1972 bringt ein Verkehrsvertrag eine Reiseerleichterung zwischen West und Ost. Außerdem werden beide deutsche Staaten Mitglied der Vereinten Nationen. Trotz dieser Tatsache und ungeachtet der Entspannungspolitik, grenzt sich die DDR weiter von der BRD ab.
Der Westen und die Umwelt - Den deutschen Wäldern geht es schlecht. Als Konsequenz tritt '72 das Bundesgesetz zur Verminderung des Bleigehalts in Benzin in Kraft. Ein Jahr später wird der Autoverkehr fast völlig lahmgelegt. Schuld ist die Ölkrise [Mehr Infos]. 1974 schließlich verabschiedet der Bundestag das Immissionsschutz-Gesetz zur Luftreinhaltung und tut damit einen deutlichen Schritt in Richtung Erhaltung der Umwelt.
Im selben Jahr trifft der Westen mit der DDR ein Abkommen über die Entsorgung von West-Müll in der DDR. Gegen Devisen, versteht sich. So wird Deutschland billig seinen Müll los, während die gebeutelte DDR jede harte Mark zu schätzen weiß.
Jahre des Terrors - In diesen Jahren beginnt eine Reihe terroristischer Anschläge, die sich in der späteren Zeit fortsetzt.. Zehn Tage nach der Eröffnung der olympischen Sommerspiele in München, am 5. September 1972, dringen palästinensische Terroristen in das olympische Dorf ein und nehmen Geiseln. Als die Polizei versucht, die Geiseln zu retten, kommt es zu einem Schusswechsel. Die Bilanz: 17 Tote. Die Spiele gehen jedoch weiter.
Im selben Jahr gelingt ein bedeutender Schlag gegen die Rote-Armee-Fraktion. Die lange gesuchten Verbrecher Ulrike Meinhof, Andreas Baader und Holger Meins werden gefasst.
Im Februar '75 schockt die Geiselnahme des CDU-Politikers Peter Lorenz die Bundesrepublik. Die Regierung gibt den Forderungen der RAF-Terroristen nach. Der nächste Akt des Terrors lässt nicht lange auf sich warten: Im April stürmen sechs RAF-Terroristen die deutsche Botschaft in Stockholm und nehmen zwölf Geiseln. Sie verlangen die Freilassung von 26 Gefangenen. Diesmal bleibt die Regierung hart, stürmt das Gebäude. Es gibt drei Tote.
Als Folge des anhaltenden Terrorismus richtet das Bundeskriminalamt '75 die Sonderabteilung "Terrorismus" ein.
Skandale in Deutschland - 1971 passiert, was niemand für möglich hielt: Die Fußballwelt wird durch einen Bundesliga-Skandal erschüttert. Schalke 04 verliert für 40.000 Mark absichtlich gegen Bielefeld - Tonbandaufnahmen beweisen es. Die Folge: 53 Spieler werden mit langen Sperren bestraft und zwei Trainer verlieren ihre Lizenz.
Im darauffolgenden Jahr der nächste Skandal: Ein Misstrauensvotum [?] gegen Bundeskanzler Brandt. Der Antrag scheitert im Bundestag knapp mit zwei Stimmen. Fünf Monate später wird der Bundestag aufgelöst. Es kommt zu Neuwahlen. (SPD 45,8%, CDU/CSU 44,9%, FDP 8,4%) Die sozialliberale Koalition wird fortgesetzt.
1974 wird Günther Guillaume wird verhaftet. 1959 war er in die BR eingeschleust worden, 1970 kam er ins Kanzleramt, wo er sich rasch das Vertrauen Brandts erschlich. Über Jahre verrät er Staatsgeheimnisse (NATO-Akten, geheime Protokolle) an die DDR-Regierung. Als Konsequenz dieser Affäre tritt Bundeskanzler Willy Brandt am 6. Mai 1974 zurück. Sein Nachfolger wird Helmut Schmidt.
Im folgenden Prozess wird Guillaume zu 13, seine Frau zu 8 Jahren Haft verurteilt. 1981 tauscht man sie jedoch gegen 8 deutsche Agenten aus.
Politischer Führungswechsel im Osten - 1971 muss Ulbricht von der Funktion des Ersten Sekretärs des Zentralkomitees der SED zurücktreten. Sein Nachfolger wird Erich Honecker [Mehr Infos]. Erich Honecker verspricht den ostdeutschen Bürgern wirtschaftliche und soziale Verbesserungen.
Zwei Jahre später stirbt Walter Ulbricht im Alter von 80 Jahren an Herzversagen. Er war einer der meistgehassten Politiker in der DDR, wurde abwertend "Spitzbart" genannt. Bis 1971, als er den SED-Vorsitz an Erich Honecker abtreten musste, war er der mächtigste DDR-Politiker.
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