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"Der stolzeste Satz, den man heute in der freien Welt sagen kann, heißt: 'Ich bin ein Berliner'."
- J.F. Kennedy, 26. Juni 1963
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1961-1965
Das Ende der Ära Adenauer
Anfang der 60er Jahre zeichnet sich mit dem Mauerbau ab, dass die Spaltung Deutschlands wohl doch für längere Zeit anhalten wird. Später geht mit dem Rücktritt Adenauers eine Ära zu Ende.
Der Mauerbau - Am 13. August 1961 beginnt in Berlin der Mauerbau. Nicht nur politisch wirkt sich diese Spaltung aus, auch in den Köpfen der Menschen wird zusehends deutlich, wie weit die Isolierung der DDR fortgeschritten ist. Der Flüchtlingsstrom in den Westen nimmt zwangsweise stark ab. Die westlichen Schutzmächte wollen nicht in einen unkalkulierbaren Konflikt hineingezogen werden und haben deshalb den Mauerbau hingenommen. Für die Deutschen zerschlägt sich die Hoffnung, dass die Nation nur vorübergehend geteilt sein würde. Knapp ein Jahr später lässt die DDR 8m hinter der Mauer in Berlin eine zweite Sperrmauer errichten [Mehr Infos].
Das Leben im Westen wird zunehmend moderner. Im Sommer '61 wird die Antibabypille in der BRD zugelassen, fast zeitgleich geht das erste Atomkraftwerk ans Netz. Nach den USA, der UdSSR, Großbritannien und Frankreich ist die Bundesrepublik damit das 5. Land der Welt, das über ein ans Netz gegangenes Kernkraftwerk verfügt. 1962 verwüstet eine Sturmflutkatastrophe große Teile Norddeutschlands. Über 300 Menschen fallen den Fluten zum Opfer.
Am 22. Februar 1962 wird der Grundwehrdienst in der Bundesrepublik von 12 auf 18 Monate verlängert. Einen Monat zuvor hat auch die DDR eine allgemeine Wehrpflicht eingeführt [Mehr Infos].
International sorgt die Kubakrise [?] 1962 für Wirbel.
Das Ende der Ära Adenauer - Am 15. Oktober 1963 tritt Alt-Bundeskanzler Adenauer von seinem Amt zurück. Vorher gelingt ihm jedoch noch ein politisches Meisterstück: Die Aussöhnung mit Frankreich. Um einen Schlussstrich unter die jahrhundertlange Rivalität zwischen beiden Nachbarvölkern zu ziehen, unterzeichnen Adenauer und Charles de Gaulle Anfang '63 in Paris einen deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, der noch heute gültig ist. Damit wird der Kern eines neuen Europas gelegt.
Die neue Regierung - Einen Tag nach Adenauers Rücktritt wählt der Bundestag Ludwig Erhard zum neuen Kanzler [Mehr Infos]. Der politisch wie wirtschaftlich stabile West-Staat ist fest integriert im nordatlantischen Bündnis.
Was die Frage der Wiedervereinigung anbelangt, so ist man mittlerweile in Bonn in einer Sackgasse angekommen. Immerhin gelingt es Ende 1965, ein Passierschein-Abkommen in Berlin für Weihnachten und Neujahr zu erreichen, das es erlaubt, über die Feiertage die Verwandten im Westen zu besuchen. Schon 1964 war es für Rentner im Osten möglich, eine zeitlich begrenzte Besuchsreise in die BRD zu unternehmen.
Der Osten - 1964 schließt die Sowjetunion einen Freundschafts- und Beistandspakt mit der DDR. Er soll die Untastbarkeit ihrer Grenzen garantieren und betrachtet West-Berlin als selbstständige politische Einheit. Dennoch werden die Ausreisebeschränkungen in Ostdeutschland etwas gelockert (siehe oben).
Im selben Jahr sichert die DDR Bürgern, die vor dem Mauerbau geflohen sind, Straffreiheit zu. Doch die scheinbare Freiheit täuscht: Das SED-Zentralkomitee stoppt die zaghafte Entwicklung, die in Richtung Freiheit von Kunst und Kultur geht. Die Zügel werden wieder straffer angezogen.
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