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"Wir wollen Frieden, wir wollen Freiheit, wir wollen unseren Beitrag zum Frieden in Europa und in der Welt leisten."

- Helmut Kohl, 1989

1956-1960
Aufschwung im Westen

In diesen Jahren schauen die Deutschen gebannt nach Osten: Nicht nur in der DDR, auch in anderen kommunistischen Ländern weiten sich die Krisen aus. Der Westen rückt fester zusammen. Die BRD kann in dieser Zeit als zuverlässiger Partner an internationalem Prestige gewinnen.

Eigene Streitkräfte im Westen
- Im Juli 1956 wird in der Bundesrepublik das Wehrpflicht-Gesetz verabschiedet. Damit darf die BRD zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eigene Streitkräfte aufstellen.
   Bereits knapp ein Jahr später, im April '57, werden die ersten 10.000 Wehrpflichtigen in die Bundeswehr eingezogen. Nach zahlreichen Prostesten gegen die Wehrpflicht wird zu Beginn des nächsten Jahres vom Bundestag ein "Gesetz über den zivilen Ersatzdienst" erlassen.

Das Leben in der Bundesrepublik - Im Westen macht sich ein immer besseres Lebensgefühl breit, denn Deutschland ist mittlerweile wieder eine "Heile Welt" nach dem Krieg und den harten Aufbaujahren.
   Traditionelle Werte wie sittlicher Anstand, Pflichtbewusstsein, Familiensinn und Heimatverbundenheit bestimmen den Alltag. Ende der 50er Jahre wird insbesondere das Leben der Jugendlichen von amerikanischen Idolen wie James Dean oder Rock'n'Roll-König Elvis Presley beherrscht. Viele ältere Menschen sehen in dieser Entwicklung den moralischen Verfall der Gesellschaft.
   Als Mitte 1958 das Gleichberechtigungsgesetz in Kraft tritt, ist in Deutschland ein großer Schritt zur Emanzipation der Frau getan [Mehr Infos].

Das politische Leben
- Bei den Wahlen zum 3. Bundestag erreicht die CDU/CSU 1957 mit 50,2% der Stimmen die absolute Mehrheit. Kurz darauf wird der mittlerweile 81jährige Adenauer zum 3. Mal Bundeskanzler. In dieser Zeit werden die EWG-Verträge [?] unterzeichnet, die den Lebensstandard in Europa allgemein erhöhen sollen. Sie treten am 1. Januar 1958 in Kraft.

Ost-West-Konflikte
- Im Dezember 1957 wird Staatsflucht in der DDR zur Straftat. Dadurch wird die Ohnmacht der SED-Regierung deutlich, die Bewohner für das politische System zu gewinnen.
   Deutlich wird diese Entwicklung auch bei der einseitigen Kündigung des Viermächte-Abkommens [?] durch die UdSSR Ende 1958 deutlich. Man sucht die Konfrontation in Berlin, die westliche Bastion inmitten der DDR soll aufgeweicht werden. Zu diesem Vorfall führte wohl das neue Selbstbewusstsein der Sowjetunion, hervorgerufen durch den Sputnik-Erfolg [?]. Die UdSSR will sich nach Jahren der Krise als Weltmacht beweisen, doch die Schutzmächte halten dem Druck Moskaus stand.
   Nach dem Abschuss eines amerikanischen Spionageflugzeugs über der Sowjetunion 1960 spitzt sich der Ost-West Konflikt wieder zu. Für Deutschland bleibt dies nicht ohne Folgen, z.B. wird der Berliner Verkehr behindert. Doch da bei den Westmächten das Konzept der massiven atomaren Abschreckung gilt, wagt Moskau keine militärischen Aktionen.

Folgen des "Wirtschaftswunders"
- Die Westdeutschen sind zufrieden mit dem allgemein erreichten Lebensstandard, der auf Erhards "soziale Marktwirtschaft" zurückgeführt wird. 1959 liegt die Arbeitslosigkeit in der BRD bei unter 1%. Im Sommer 1960 wird dieses Ergebnis noch einmal übertroffen: Die Arbeitslosenquote erreicht mit 0,6% ein historisches Minimum - ein Rekordwert, der bis heute nicht mehr erreicht wurde [Mehr Infos].

 

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