Theodor Heuss
Theodor Heuss wurde am 31. Januar 1884 in Brackenheim (Württemberg) geboren, studierte Staatswissenschaften und Kunstgeschichte in München und Berlin. Von 1912 bis 1918 arbeitete er als Chefredakteur bei der Neckarzeitung in Heilbronn und 1918 bei der Zeitschrift Deutsche Politik in Berlin.
1903 trat er der liberalen Freisinnigen Vereinigung bei und 1910 der aus der Freisinnigen Vereinigung hervorgegangenen Fortschrittlichen Volkspartei. 1919 wurde er Mitglied der von Naumann mitbegründeten Deutschen Demokratischen Partei (DDP). Während der Weimarer Republik vertrat Heuss von 1924 bis 1928 die DDP als Abgeordneter im Reichstag. Von 1930 bis 1933 saß er für die Deutsche Staatspartei, in der die DDP 1930 aufgegangen war, im Reichstag.
Nach Kriegsende arbeitete Heuss engagiert am Aufbau eines demokratischen Deutschland mit. 1945/46 war er Kultusminister in der Amerikanischen Besatzungszone Württemberg-Baden und 1946 Mitbegründer der Demokratischen Volkspartei, die 1948 in der FDP aufging. 1949 wurde Heuss, inzwischen Vorsitzender der neu gegründeten FDP, in den ersten Bundestag der Bundesrepublik Deutschland gewählt, in dem er den Vorsitz der FDP-Fraktion übernahm.
Am 12. September 1949 wählte ihn die Bundesversammlung zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland und bestätigte ihn 1954 in diesem Amt. Innenpolitisch bemühte sich Heuss um einen Ausgleich zwischen den Parteien. 1959 setzte sich Heuss in Stuttgart zur Ruhe und erhielt im selben Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Heuss starb am 12. Dezember 1963 in Stuttgart. 1964 wurde der Theodor-Heuss-Preis gestiftet, der alljährlich für vorbildliche demokratische Gesinnung verliehen wird.
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