Gustav Heinemann
Heinemann wurde am 23. Juli 1899 in Schwelm an der Ruhr geboren. Nach dem 1. Weltkrieg studierte er Jura und Volkswirtschaft und war in der Folge Justitiar (1928-1936) und Vorstandsmitglied (1936-1949) der Rheinischen Stahlwerke in Essen.
1945 trat Heinemann der CDU bei, war von 1946 bis 1949 Oberbürgermeister von Essen, zugleich Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtages (1947-1950) und Justizminister in Nordrhein-Westfalen (1947/48).
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 wurde er erster Bundesinnenminister, trat jedoch 1950 aus Protest gegen Konrad Adenauers Wiederbewaffnungspläne von seinem Amt zurück. 1952 verließ er die CDU, gründete die Gesamtdeutsche Volkspartei und wurde deren Vorsitzender. Nach dem Scheitern seiner Partei bei den Bundestagswahlen von 1953 löste er sie auf und trat 1957 in die SPD ein.
Von 1957 bis 1969 war er Mitglied des Bundestages und des Vorstandes der SPD-Fraktion. 1969 wurde er auf Vorschlag der sozial-liberalen Koalition unter Willy Brandt mit den Stimmen der SPD und der FDP zum Bundespräsidenten gewählt und unterstützte in der Folge die Ostpolitik der sozialliberalen Koalition.
Heinemann bemühte sich intensiv um die Aussöhnung Deutschlands mit seinen Nachbarn, um die Aussöhnung der Deutschen mit Minderheiten und Randgruppen und um die Wiederbelebung demokratischer und liberaler Traditionen.
Gustav Heinemann starb am 7. Juli 1976 in Essen.
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