Beitrag zum Microsoft "Road Ahead Prize 2000" vom Gymnasium Ernestinum, Rinteln (ID: 1015); Thema: "50 Jahre BRD" Team: Christoph Eikmeier (Jahrgang 12), Björn Vogt (Jahrgang 13); Internetadresse der Website: http://www.gym-rinteln.de/50jahre ************************************************** MAKING OF - Die Entstehung der Website Von Christoph Eikmeier, Aug. + Sept. 1999 ************************************************** A. Vorarbeiten - Wie es begann Das erste Mal erfuhr ich Ende Juli in der Ausgabe 13/99 der Zeitschrift "ComputerBILD" von dem "Road Ahead Prize 2000". Sofort war ich von dem Wettbewerb begeistert, da ich mich schon seit geraumer Zeit mit Webdesign und dem Internet beschäftige und diese Ausschreibung als eine große Herausforderung betrachtete, mein Können unter Beweis zu stellen. Nicht zuletzt lockten mich natürlich auch die attraktiven Preise. Mitarbeitersuche Zunächst musste ich geeignete Interessenten für ein Team finden, die mir helfen könnten, das sehr umfangreiche Thema ("50 Jahre Bundesrepublik Deutschland") in einer gelungenen Website zu verwirklichen. Leider musste ich feststellen, dass es nur sehr wenige Schüler an unserer Schule gab, die sich mit dem Gestalten von Webseiten und den damit verbundenen Schwierigkeiten auskannten. Am Schluss war Björn Vogt (Jahrgang 13, Leistungskurs Politik) der einzige, der ein Spezialist in Sachen Computern und auch auf den Gebieten Grafikdesign und Internet bewandert ist und somit für das Projekt in Frage kam. Die Domainregistrierung Bevor wir die eigentliche Arbeit aufnehmen konnten, gab es noch eine Hürde zu überwinden: Eine Website unserer Schule, auf der das Projekt abgelegt werden sollte, existierte nicht. In unserer Schule befinden sich zwar einige Rechner mit Internet-Zugang, aber weder besaß sie zu dem Zeitpunkt eine eigene Website, noch war eine in nächster Zeit geplant. So mussten wir erst dafür sorgen, dass wir eine Internetadresse für unsere Schule bekamen. Da wir uns nicht mit den Angeboten kostenloser Anbieter zufrieden geben wollten, beschlossen wir, zu dem Provider "1&1 Puretec" zu gehen, der Domains und Webspace zu günstigen Preisen anbietet. Um das Geld für eine solche Domain zu bekommen, sprachen wir mit unseren Schulleiter (W. Foerstner). Wir erzählten ihm von dem Wettbewerb und schilderten ihm Möglichkeiten, die Domain darüber hinaus auch noch für andere Dinge (z.B. Präsentation der Schule oder eine Online-Ausgabe der Schülerzeitung) nutzen zu können. So erhielten wir die Zustimmung des Schulleiters und registrierten die Domain www.gym-rinteln.de für unsere Zwecke. Damit waren die Grundvoraussetzungen erfüllt und wir konnten mit der Arbeit beginnen. Zu diesem Zeitpunkt war es zwei Wochen vor den Sommerferien. Wir mussten uns also mit den Arbeitsplänen und Vorarbeiten beeilen, damit jeder von uns in den Ferien schon seinen Aufgaben zum Erstellen der Site nachgehen konnte. B. Phase 1 - Strategie und Taktik Vor kurzer Zeit habe ich die beiden Bestseller "Web Site Design" und "Das Geheimnis erfolgreicher Web Sites" von David Siegel gelesen. Siegel ist einer der bekanntesten internationalen Webdesigner und seine Vier-Phasen-Strategie für Online-Projekte hat mich sehr beeindruckt. Und da wir einen möglichst professionellen Webauftritt erstellen wollten, schlug ich vor, die Planung und Erstellung der Website an dieser Strategie auszurichten. Materialbeschaffung und -sichtung Zunächst wollten wir uns einen Eindruck von dem Umfang des Themas verschaffen. Also trugen wir alle Bücher, Zeitschriften und Zeitungsartikel, die mit der vorgegebenen Thematik zu tun hatten und wir ergattern konnten, zusammen. Auch baten wir Geschichts- und Politik-Lehrer unserer Schule, uns ihr Material zur Verfügung zu stellen. Wir luden außerdem viele Megabyte an Daten von interessanten Websites herunter. Nach einer Weile hatten wir eine Menge Material angesammelt, das wir zunächst sichteten und uns so einen Gesamtüberblick über die Thematik verschafften. (Eine Auflistung aller verwendeten Bücher finden Sie auf der Website unter "Impressum/Quellenangaben".) Vorüberlegungen Um mich weiterhin an David Siegels Vier-Phasen-Strategie zu orientieren, entwarf ich anschließend einige fiktive Besucherprofile, mit denen wir unsere Zielgruppen definierten. Ich stellte mir die Frage, welche Personen aus welchen Altersgruppen wohl unsere Website besuchen und was sie erwarten würden. Darauf aufbauend erstellte ich eine kurze Liste zu jedem Profil, in der ich festhielt, was die betreffenden Personen wohl am meisten interessieren und faszinieren würde. In der späteren Realisation wollten wir den Inhalt der Website anhand dieser Interessen gestalten. Anschließend erwägten wir einige Ziele, die wir mit der Website erreichen wollten: * Sie sollte in knapper, komprimierter Form die wichtigsten Ereignisse der letzten 50 Jahre vermitteln. * Die Entwicklung des deutschen Volkes mit allen Erfolgen und Fehlern sollte spannend und ansprechend präsentiert werden. * Nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart und die Zukunft sollten behandelt werden. * Allerlei Unterhaltsames sollte die Besucher, die etwas anderes als nur pure Wissensvermittlung wünschten, begeistern, wobei trotzdem die Verbindung zum Hauptthema nicht verloren gehen sollte. * Ständige Updates und Erweiterungen sollten für ein Wiederkehren der Besucher sorgen. Björn und ich waren uns einig, dass wir nicht nur pure Informationen übermitteln, sondern auch unterhalten wollten. Außerdem war uns Aktualität sehr wichtig, denn das ist ein wichtiger Faktor dafür, dass die Besucher auch wiederkommen. Auch wenn ein Großteil der Internet-Benutzer (wie Wissenschaftler herausgefunden haben) nur auf der Suche nach Informationen ist, so nehmen trotzdem die meisten willkommene Auflockerungen wie Spiele o.ä. dankbar an. Da wir nicht das Ziel hatten, eine Vollständigkeit aller Ereignisse der 50 Jahre anzustreben, die dann doch nur als lieblose Anhäufung von Daten daherkommt, entschlossen wir uns, die Chronik auf das Nötigste zu beschränken und unser Hauptaugenmerk auf exemplarisch behandelte Teilbereiche des Themas zu richten, die interessante Ausschnitte aus der deutschen Geschichte behandeln sollten. Das Hauptthema sollte auf unseren Seiten immer im Vordergrund stehen und auf abwechslungsreiche, kurzweilige Art und Weise präsentiert werden. Uns war bewusst, dass beileibe nicht jedermann Zeit und Lust hätte, sich durch jedes einzelne der 50 deutschen Jahre zu klicken. Deshalb beschlossen wir, einen auf zehn Seiten reduzierten Rundgang durch die deutsche Geschichte anzubieten, der in einer Viertelstunde zu bewältigen wäre und die wichtigsten Daten und Fakten der letzten 50 Jahre enthält. Im Gegenzug sollte es aber auch möglich sein, direkt auf einzelne Jahre zugreifen zu können, damit man beispielsweise herausfinden kann, was in dem eigenen Geburtsjahr in Deutschland so alles passiert ist. Je nach Interesse kann das eine oder andere ausgewählt werden. Die Rubriken Unser Ziel war es nicht nur einen geschichtlichen Rückblick zu bieten, sondern auch aktuelle politische und soziale Ereignisse in Deutschland aufzuführen und außerdem Aussichten für die Zukunft und Entwicklung Deutschlands anzustellen. Das veranlasste uns dazu, die geschichtliche Chronik in die drei Bereiche "Gestern", "Heute" und "Morgen" aufzuteilen. Ernsthaftigkeit und Humor schließen sich nicht aus, deshalb sollte in der Rubrik "Unterhaltung" Features wie eine Umfrage, Karikaturen, Humor etc. zu finden sein. Unter "Neuigkeiten" kann man sich über Updates der Site informieren. Bei "Impressum" kann man Informationen über die Macher der Site abrufen, es werden verschiedene Möglichkeiten der Kontaktaufnahme genannt und es finden sich hier Quellenangaben zu der verwendeten Lektüre. Über "Sitemap" schließlich kann eine Übersicht mit allen Seiten der Website aufgerufen werden, so dass eilige Besucher dort schnell und gezielt auf bestimmte Informationen zugreifen können. Die drei Elemente, die sich im Kopf jeder Seite befinden, führen zu weiteren wichtigen Seiten: "Home" stellt einen Link auf die Startseite dar, "Hilfe" öffnet eine Seite, wo der Besucher unter anderem eine Liste mit häufig gestellten Fragen ("FAQ" = "Frequencly Asked Questions") durchlesen, eine Seite mit technischen Hinweisen oder eine Seite über den Hintergrund der Site ("Making Of") öffnen kann. Über "E-Mail" ruft der Benutzer eine Seite auf, wo er je nach Wunsch eine E-Mail an verschiedene Adressen versenden kann. Alle diese Elemente können von jeder Seite der Site aus aufgerufen werden. Am Fuß jeder Seite richteten wir außerdem ein Suchformular und die Möglichkeit, sich in unseren Newsletter einzutragen, ein. Diese kostenlose Mailingliste informiert alle, die sich darin eingetragen haben, in unregelmäßigen Abständen über Updates der Site. Das Suchformular ermöglicht das schnell Aufspüren von bestimmten Seiten aufgrund von Stichwörtern. Wir entschieden uns dafür, bei der Site keine Frames einzusetzen, auch wenn dadurch die Erstellung einer gut funktionierenden Navigation schwieriger werden würde. Die Gründe für diese Entscheidungen waren: * Es ist mit Frames nicht ohne weiteres möglich, Lesezeichen auf eine beliebige Seite zu legen, da immer nur das Frameset selber als Lesezeichen gesetzt wird. Ein Ausweg wäre, für jede Seite ein eigenes Frameset zu erstellen, was jedoch die Ladezeit negativ beeinflussen würde. * Die meisten Browser können Frameseiten nur einzeln ausdrucken, was zu einer Zerstückelung des Designs führen würde. * Es ist möglich, dass ein Besucher die Site (z.B. über eine Suchmaschine) auf einer Seite betritt, die Teil eines Framesets ist. So würde er nur einen Teil des Gesamt-Designs zu sehen bekommen. * Es gibt immer noch (wenn auch sehr wenige) Browser, die Frames nicht darstellen können. Eine grobe Sitestruktur, die später nochmals überarbeitet wurde, verschaffte uns dabei einen Überblick über den hierarchischen Aufbau der Site. Dabei war uns besonders wichtig, dass der Besucher mit möglichst wenig Mausklicks sein Ziel erreichen sollte, und zwar von jeder Seite aus. Damit hatten wir die Rubriken und die Navigation entworfen und die zweite Phase konnte beginnen. C. Phase 2 - Entwicklung Nachdem die Ziele festgelegt waren, ging es daran, zu überlegen, wie man diese technisch und optisch umsetzen könnte. In einem ersten Brainstorming sammelten wir alle Ideen, die uns dazu einfielen. Unsere Kriterien für die Gestaltung der Website waren: * Einfacher, logischer Aufbau statt komplizierter Navigation * Sachlich und übersichtlich statt verspielt oder politisch gefärbt * Humorvoll statt langweilig * Grafisch ansprechend statt fader Tabellen * Unterhaltend statt belehrend * Exemplarische Beispiele statt überfrachteter Inhalte Technische Rahmenbedingungen Um eine größtmögliche Kompatibilität zu erreichen, sollte unsere Seite auch noch mit niedrigen Auflösungen ohne horizontales Scrollen zu betrachten sein. Wir legten die Gesamtbreite aller Seiten daher mittels einer Tabelle auf 600 Pixel fest. (Siehe Bild 2.) Die Seiten sollten so gestaltet werden, dass sie auch noch mit älteren Versionen der großen Browser einigermaßen vernünftig angezeigt werden. Zwar ist dies nur teilweise gelungen, da beispielsweise die 3.0-Browser keine externen Stylesheets kennen, aber da nach letzten Untersuchungen der Quasi-Standard der Browser bei den 4.0-Versionen liegt, lässt sich das wohl verschmerzen. Die Site läuft am besten unter dem "Internet Explorer" der Version 4.0 oder höher. Verzichtet haben wir auf technische Features wie Java-Applets (da das Starten von Java im Navigator viel Zeit in Anspruch nimmt), CSS 2 zur pixelgenauen Positionierung von Elementen (da dies noch von keinem der aktuellen Browser in vollem Maße unterstützt wird) und dem Einsatz von Image-Maps (es befindet sich nur eine auf der Website), da man keine Alternativ-Texte für die Hotspots bieten kann und Benutzer mit ausgeschalteten Grafiken so nicht wissen würden, wo genau sie ein Link hinführt. Damit es auf den Bildschirmen von Anwendern, die nur 256 Farben einsetzen, nicht zu hässlichem Dithering kommt, wurden die GIFs in der websicheren 216-Farben-Palette erstellt. Bei den JPEGs, die 16 Mio. Farben darstellen, ist das leider technisch nicht möglich. Uns war Uniformität der Site wichtig: Alle Seiten sollten ein homogenes Aussehen aufweisen. Die Navigation sollte gleich bleiben, damit der Besucher nicht durch ständig wechselnde Oberflächen irritiert werden würde. Daher bleibt das Grundgerüst aller Seiten gleich, nur die Inhalte verändern sich. Wir verwendeten wiederkehrende Farben und Elemente, um die Ladezeit niedrig zu halten und einen gewissen Wiedererkennungswert zu erzeugen. Um dieses einheitliche Aussehen auch bei der Typografie zu erreichen, entschieden wir uns, ein externes Stylesheet für alle Seiten zu verwenden. Das führt zu kürzeren Ladezeiten, da es nur einmal geladen werden muss und vereinfacht es, die Eigenschaften gewisser Elemente (wie z.B. den Überschriften) auf der gesamten Site zentral zu verändern. Nachdem die technischen Spezifikationen festgelegt waren, ging es daran, sich konkrete Gedanken über Farb- und Schriftgebung, Aufbau etc. zu machen. Farben und Typografie Als Hauptfarbe, die die Site dominiert, wählten wir ein dunkles Blau, das nicht zu aufdringlich, aber auch nicht zu abweisend wirken und einen seriösen Eindruck der Site vermitteln sollte. Die Navigationselemente und Titelgrafiken wurden in "Arial" entworfen. Texte und Überschriften werden in der speziell für das Internet entworfenen Schrift "Verdana" dargestellt, alternativ, wenn diese nicht installiert ist, in "Arial". Diese beiden serifenlosen Schriften sollen eine gute Lesbarkeit auch am Bildschirm garantieren und verhindern, dass die Navigationselemente durch aufdringliche Typografie zu sehr in den Vordergrund rücken. Denn schließlich ist der Hauptzweck der Site, Informationen zu vermitteln und nicht, durch ausgefallene Spielereien zu glänzen. Das war auch der Grund, warum wir animierte Grafiken und "MouseOver"-Effekte nur sehr sparsam und auch nur dort einsetzten, wo sie wirklich einen Zweck erfüllen. Der Stil der Texte sollte sachlich, knapp und informativ sein. Wir hatten uns zuvor über die Lesegewohnheiten von Internet-Benutzern informiert. Besonders beeindruckt haben uns dabei die Untersuchungen von Jakob Nielsen. Aufgrund seiner Erkenntnisse gestalteten wir die Texte nach folgenden Kriterien und bemühten uns, sie so weit wie möglich umzusetzen: * Der Text fließt nicht über die gesamte Bildschirmbreite, da das Auge sonst zu schnell den Faden verlieren würde. Wir beschränkten den Raum für die Texte auf eine Breite von 440 Pixeln, was auf einem Windows-Rechner einer effektiven Breite von etwa 13 cm entspricht. * Die Sätze sind klar formuliert, der Sprachstil aktiv. Wichtige Schlagwörter sind fett hervorgehoben und die Informationen stehen im Vordergrund. Da das Lesen am Bildschirm wegen der geringen Auflösung (72 dpi) wesentlich anstrengender ist als auf dem Papier (mindestens 300 dpi), sind die Texte kurz gehalten, zumal langes Seitenscrollen bei den meisten Internet-Benutzern unbeliebt ist. * Auf blinkende Grafiken und Hintergrundsound wurde verzichtet, da diese vom Lesen ablenken. * Überschriften und Text sind nicht ausschließlich in Großbuchstaben geschrieben, da dies zu einer weiteren Leseerschwernis führt. D. Phase 3 - Die Produktion Nach Festlegung des allgemeinen Aussehens und der technischen Rahmen- und Kompatibilitäts-Bedingungen fertigte ich nun die Banner- und Navigationsgrafiken an und entwarf die HTML-Schablonen für die Inhalte, während Björn bereits mit deren Erstellung begann. Die Schablonen sorgen dafür, dass alle gleichartigen Seiten ein einheitliches Aussehen bekommen und nur noch die entsprechenden Inhalte hinzugefügt werden müssen. Aufgrund des gesammelten Materials und unseren Vorgaben und Zielen aus den vorhergehenden Phasen war es nun keine Schwierigkeit mehr, die einzelnen Seiten mit Inhalt zu füllen. Wir orientierten uns dabei teilweise an den handschriftlichen Entwürfen, teilweise schufen wir die Seiten direkt am Computer. (Siehe Bild 1a und 1b.) Dabei verhielten wir es so, dass zunächst mit Tabellen das grobe Layout festgelegt und dann entsprechende Texte und Überschriften eingefügt wurden. Das Basisdesign der Schablonenseite musste jeweils nur noch geringfügig angepasst werden (Banner, Seitentitel, Navigationspfeile etc.), bis es auf die individuelle Seite zugeschnitten war. Als letzter Schritt wurden passende Grafiken, die entweder der Illustration oder der Auflockerung dienen, eingefügt. Entweder scannten wir ein passendes Motiv ein, schnitten es auf unsere Bedürfnisse zu und integrierten es oder wir erstellten selber eine Grafik. Da ich für die Gestaltung der meisten Grafiken (Fotos, Banner, Navigationselemente, Cliparts etc.) verantwortlich bin, ließ ich oft meiner Fantasie freien Lauf und arbeitete teilweise mit aufgemalten Skizzen, die ich später einscannte, Vektorgrafiken aus Corel Draw oder Teilbereichen von Fotos, die ich später zu Collagen zusammenfügte. Es folgen die Entstehungsberichte einiger Bereiche der Website. Sie sollen dokumentieren, was wir uns bei den einzelnen Elementen gedacht und wie wir sie technisch umgesetzt haben. Der Eingangstunnel Der erste Eindruck ist entscheidend - das war uns von vornherein klar. Wenn man im Internet den Besucher nicht auf den ersten Blick aufmerksam oder neugierig auf das Angebot machen kann, hat man nur wenige Chancen, dies auf den zweiten noch zu tun, denn dann haben sich die meisten schon wieder einer anderen Website zugewandt. Wir mussten also einen Weg finden, unsere Besucher von Anfang an zu faszinieren und an uns zu binden. Um dieses Problem zu bewältigen, entwarf ich für die Website einen Eingangstunnel, ein Feature, das heute noch die wenigsten Websites einsetzen. In diesem Eingangstunnel werden Erwartungen aufgebaut, durch nur vage Andeutungen wird der Besucher aufmerksam und klickt erwartungsvoll weiter. So gelangt er schließlich auf die "eigentliche" Startseite und von dort aus kann er sich näher über das informieren, was im Eingangstunnel bereits angedeutet wurde. Eilige Besucher haben allerdings auch die Möglichkeit, den Eingangstunnel zu überspringen. Damit das Warten auf die nächste Seite des Tunnels nicht zu lange dauert, habe ich die Größe der Tunnelseiten auf ein Minimum reduziert. Jede Seite ist mitsamt Grafiken und HTML-Code nur insgesamt etwa 14 KB groß. Um die Ladegeschwindigkeit scheinbar weiter zu erhöhen, habe ich "Preloads" ("preload" = engl. "vorausladen") eingesetzt: Auf der Eingangsseite befindet sich ganz am Ende der Seite die Grafik für die zweite Tunnelseite, verkleinert auf 1x1 Pixel. So ist die Grafik für die Besucher praktisch unsichtbar, wird aber bereits in den Cache des Browsers geladen und ist daher sofort verfügbar, wenn die nächste Seite aufgerufen wird. Auf dieser befindet sich dann die verkleinerte Grafik für die dritte Tunnelseite. Während der Besucher die Seite betrachtet, wird im Hintergrund bereits die Grafik für die folgende Seite geladen. Auf der letzten Tunnelseite schließlich befinden sich vier verkleinerte Grafiken der Startseite, damit diese ebenfalls schneller geladen wird. Diese Preloads sind browser- und plattformunabhängig und funktionieren praktisch überall. Preloads sind eine gute Methode, um die Internetverbindung optimal auszunutzen und dadurch die Onlinekosten durch kürzere Wartezeiten zu senken. Während der Benutzer sich die erste Seite betrachtet, wird die zweite bereits vorgeladen. Das ist ein Prinzip, nach dem auch viele gängige Internet-Beschleuniger (z.B. "Net Accelerator") funktionieren. Die Infoboxen Um die Benutzerfreundlichkeit der Website noch mehr zu erhöhen, fügten wir ein innovatives Feature hinzu, das unseres Wissens nach noch in keiner anderen Website in derartiger Weise eingesetzt wird und für mehr Klarheit innerhalb der Site sorgt. Hinter schwierigen Fachbegriffen und Wörtern, deren Sinn sich möglicherweise nicht sofort erschließt, befinden sich das folgende Zeichen: "[?]". Wenn der Besucher nun nähere Informationen zu dem Begriff haben möchte, klickt er auf das Fragezeichen und es öffnet sich in einem separaten Fenster eine Infobox, die über Mausklick wieder geschlossen werden kann. Voraussetzung ist allerdings, dass der Browser des Benutzers "JavaScript" unterstützt, was bei den meisten Browsern der Fall ist. Mit dieser Methode ist es einfach möglich, nähere Informationen zu einem bestimmten Sachverhalt zu bekommen, ohne dafür die aktuelle Seite verlassen zu müssen. (Beispiel siehe Bild 3.) Die Titelgrafiken Jede Seite sollte in der linken, oberen Ecke ein Titelbanner besitzen, das den Inhalt der Seite definiert. So sollte man auf einen Blick erkennen können, in welchem Bereich man sich zur Zeit befindet. Die Titelbanner bestehen aus einer Collage von einer Vielzahl verschiedener Fotomotive. Durch die Farbreduktion wurden Details reduziert, aber bei genauerem Hinsehen sind doch verschiedene Dinge erkennbar, z.B. Adenauer beim Unterschreiben des Grundgesetzes, Schröder nach dem Wahlsieg, Albert Einstein, der VW Käfer und die europäische Fahne. Diese Motive wurden aus mehreren Fotos ausgeschnitten und zu einer Collage zusammengefügt. Ein weicher Rand lässt dabei die Grenzen der einzelnen Szenen verschwimmen. Ich legte einen leichten Blaufilter über die Collage und verkleinerte sie. Jedoch mussten wir feststellen, dass die Datei auch nach einer Reduzierung der Farben auf 52 (aus der web-sicheren 216-Farben-Palette) mit etwa 8,4 KB noch zu groß war. Also entschloss ich mich, die Grafik in drei Teilgrafiken aufzusplitten, die mittels einer Tabelle wieder nahtlos zusammengefügt werden. Dem Besucher entsteht dabei der Eindruck, es handle sich nur um eine einzige Grafik. Es muss immer nur noch der rechte, untere Teil des Banners nachgeladen werden, die beiden anderen (3,6 KB und 3,2 KB groß) bleiben immer gleich. So wurde die effektive Größe der Banner, die neu geladen wird, auf 1,5 KB bis 2,0 KB reduziert. (Siehe Bild 4a. Farbenpalette siehe Bild 4b.) Verwendete Programme Die HTML-Dokumente wurden mit "Microsoft Frontpage 2000" erstellt. Die Grafiken wurden größtenteils mit "Ulead PhotoImpact 4.2" hergestellt und mit dem "Ulead SmartSaver" in ihrer Dateigröße reduziert. Manchmal kam außerdem "Corel Draw 5" zum Einsatz. Viele der Entwürfe wurden zuvor per Hand auf dem Papier skizziert, ehe sie auf dem Bildschirm verwirklicht wurden. E. Phase 4 - Premiere und Wartung Als die Website zum Großteil fertig war, baten wir einige unserer Freunde, Bekannte und Familienmitglieder, sich die Site in Ruhe anzusehen, durch die Seiten zu surfen, die Texte zu lesen und uns auf Schwächen und Fehler aufmerksam zu machen. Einige Kleinigkeiten wurden durch dieses Feedback an der Site verändert. Dann war es endlich soweit: Eine letzte Sicherheitskopie - und die Site konnte online gehen. Am 30. September 1999 feierte die Website ihre Premiere. Der Upload auf den Server erfolgte mit dem Programm "WS_FTP LE". Mittels diverser kostenloser Dienste bemühten wir uns den nächsten Tagen, die Site bei möglichst vielen Suchmaschinen und Webkatalogen bekannt zu machen, schließlich soll die Site nicht nur dem Testkomitee für den "Road Ahead Prize", sondern auch der restlichen Internet-Gemeinde offen stehen. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass viele Besucher zu unseren Seiten finden und sie auch (durch Feedback oder eine Teilnahme an der Umfrage) mitgestalten werden, denn davon hängt schließlich ihr Erfolg ab. Wir haben in den letzten Wochen viel Freizeit geopfert und unser Bestmögliches getan, um unser Können unter Beweis zu stellen, aber wie wir bereits feststellen konnten, ist die Konkurrenz groß. Wir haben bereits einige sowohl optisch als auch inhaltlich gelungene Angebote gesehen, zumeist von Teams, die uns zahlenmäßig weit überlegen sind. Und so wollen wir die Site auch nicht in der Version 1.0 für alle Zeiten einmotten. Wir haben bereits einige Ideen für spätere Updates in der Schublade und werden natürlich versuchen, so oft wie möglich Neues auf die Site zu bringen. Auch wird es sicherlich notwendig sein, kleinere Bugs, die sich mit dem Release 1.0 in die Site eingeschlichen haben, zu beseitigen. Wir hoffen, dass möglichst viele Besucher uns ihre Meinung zu der Site mailen, damit wir gezielt auf diese Kritik eingehen können. Abschließend möchten wir all jenen danken, die es uns erst möglich gemacht haben, an diesem Wettbewerb teilzunehmen. Ob wir Erfolg haben, wird sich zeigen, aber eine Herausforderung war es allemal! Christoph Eikmeier