Die Deutschen und das Fernsehen
Kaum ein technisches Gerät hat unser Leben so nachhaltig verändert wie der Fernsehapparat. Das Fernsehen hat sich zum zentralen Informations- und Unterhaltungsmedium unserer Gesellschaft entwickelt.
Drei Stunden täglich verbringen die Deutschen im Durchschnitt vor der Flimmerkiste, wie aktuelle Umfragen ergaben. Auswirkungen eines beispiellosen Siegeszuges, der in den 30er Jahren seinen Ursprung fand: 1935 eröffnete Reichssendeleiter Eugen Hadamovsky offiziell den Fernseh-Programmdienst der Reichsrundfunk-Gesellschaft und damit den weltweit ersten regelmäßigen Programmdienst.
Programmhöhepunkt der Dreißigerjahre sind die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. Mehr als 150.000 Zuschauer verfolgen die wichtigsten Phasen der Wettkämpfe live. Doch noch ist das Sendenetz klein und die Fernseher mit 1.800 Reichsmark sehr teuer.
In der DDR startet man nach dem Krieg mit einiger Verspätung in die neue Fernsehzukunft. Offizieller Starttermin des DDR-Fernsehens ist der Januar 1956. Das staatliche kontrollierte Programm setzt sich hauptsächlich aus Informations- und Unterhaltungssendungen zusammen. Bald wird es kontinuierlich. Das niedliche "Sandmännchen", dem eine gewisse Ähnlichkeit mit Walter Ulbricht nachgesagt wird, wird zum Star aller Kinder.
In den 50er Jahren wird das Fernsehprogramm weiter ausgebaut. Zunächst ist das Programm auf täglich drei Stunden Sendezeit ausgelegt, Ende der Fünfzigerjahre gib es bereits ein fünfstündiges Fernsehprogramm pro Tag.
Wichtige Ereignisse wie die Live-Übertragung der Krönungs-Feierlichkeiten für die britische Königin Elisabeth II. und das Finale der Fußball-WM 1954 verfolgen die meisten Menschen dennoch nur über mobile Fernsehgerätewagen.
Die Begeisterung der Bevölkerung wächst, 1957 wird die erste Million an Zulassungen erreicht. Wenige Jahre später sind es bereits drei Millionen Fernseher. Der Siegeszug ist nicht mehr aufzuhalten, die Nachfrage steigt und die Preise fallen.
Ende der Sechzigerjahre gerät das Medium heftig unter Beschuss. Man kritisiert das "stundenlange Sitzen in verhockter Haltung", die "Überreizung durch die Fülle optischer Eindrücke". Doch schon ein Jahrzehnt später verstummen durch zahlreiche innovative Programme die Kritiken. Die Einführung des Farbfernsehens trägt weiter zur Euphorie bei.
Zu Beginn der Achtzigerjahre eröffnen die privaten Fernsehanbieter ihr Programm. Im Gegensatz zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die sich aus Rundfunkgebühren und Werbung finanzieren, etablieren sich private Anbieter, die ihre Kosten ausschließlich aus Werbeeinnahmen decken.
Seit Beginn der Neunzigerjahre wird rund um die Uhr gesendet, der Zuschauer kann je nach technischer Ausstattung zwischen 3 und 50 Fernsehprogrammen wählen. Ende der 90er bekommt das Fernsehen immer größere Tendenz durch das Internet. Und tatsächlich: Umfragen ergeben, dass heute viele Jugendliche aufs Fernsehen verzichten und statt dessen längere Zeit vor dem Computer verbringen. Das Fernsehen ist zum Alltäglichen geworden.
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Eine chronologische Auflistung der wichtigsten Stationen in der deutschen Fernsehgeschichte. |
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