10 Jahre nach dem Mauerfall
Die deutsche Wiedervereinigung kam nach 10 Jahren für die meisten plötzlich, für viele erhofft und für einige wenige ungelegen.
Ein Jahrzehnt nach dem schicksalsträchtigen Datum 9. November 1989 ist die deutsche Einheit nicht für jeden ein Grund zum Jubeln. Die Kluft zwischen Ost und West sei in den letzten Jahren immer größer geworden, beklagen viele, außerdem würden die "Ossis" immer noch sozial benachteiligt werden.
Die letzten drei Tage der DDR 
9. NOVEMBER:
"Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden. Die Anträge werden kurzfristig erteilt." - als das Politbüro-Mitglied Günter Schabowski um kurz nach 19 Uhr während einer Pressekonferenz diesen Satz spricht, da ahnt weder er noch sonst irgend jemand, dass Schabowski damit quasi den Untergang der DDR eingeläutet hat.
Noch in der selben Nacht bricht der Grenzverkehr zwischen dem Osten und Westen Berlins zusammen, kapitulieren die DDR-Grenzer vor dem Ansturm zehntausender DDR-Bürger. Und wie um ein Symbol zu setzen, klettern Hunderte Menschen an diesem Abend auf die Berliner Mauer. Umgekehrt können West-Berliner ungehindert in den Osten der Stadt spazieren. Die deutsche Teilung wird an diesem Abend faktisch aufgehoben.
8. NOVEMBER:
Ein Tag für die Geschichte: Das gesamte Politbüro der SED tritt zurück; ein Vorgang, den es im gesamten Ostblock bisher nicht gegeben hat. Der Dresdner Bezirkschef Hans Modrow soll neuer Ministerpräsident werden. Seit Öffnung der CSSR-Grenzen sind inzwischen über 40.000 Menschen in den Westen gekommen.
6./7. NOVEMBER:
Jeder Bewohner der DDR hat künftig das Recht, ohne Beschränkungen 30 Tage im Jahr ins Ausland zu reisen - so sieht es das neue Reisegesetz der DDR vor, das am 6. November vorgelegt wird.
Zu spät: Noch am selben Abend gibt es Demonstrationen für uneingeschränkte Reisefreiheit, am Tag darauf demonstrieren erstmals Tausende Menschen vor dem Gebäude des SED-Zentralkomitees. Die DDR-Regierung unter Ministerpräsident Stoph tritt am 7. November zurück.
Stationen der deutschen Einheit 
29. Oktober 1989
Demonstrationen, Kundgebungen und ein zerknirschtes Journalistenteam: Fast das ganze Land ist in Aufruhr.
28. Oktober 1989
Während die Bürger nunmehr fast täglich demonstrieren, kommen immer neue Ungeheuerlichkeiten zum Vorschein.
24. Oktober
"Wendehals" Egon Krenz lässt sich an die Spitze der DDR wählen. Auf ihm ruhen die Hoffnungen der alten Staatsmacht.
20. Oktober
Der Ruf nach freien Wahlen wird immer lauter; die Staatsobrigkeit gerät zusehends in die Defensive.
18. Oktober
Der Anfang vom Ende der DDR: Erich Honecker tritt als Staatsratsvorsitzender und SED-Chef zurück.
16. Oktober
Die Montagsdemonstrationen sind inzwischen zu einer festen Einrichtung geworden und weiten sich immer mehr aus.
14. Oktober
Die Bürgerrechtsbewegungen machen verstärkt mobil: Immer lauter fordern sie Reformen und demokratische Strukturen für die DDR.
12. Oktober
Die SED zieht angesichts der Flüchtlingswelle die Notbremse: Nur noch Rentner und Invalide dürfen die DDR verlassen.
9. Oktober
Von Spannungen und Krawallen keine Spur: Die Zeitungen in der DDR schildern ein Land, das in voller Blüte steht.
7. Oktober
in merkwürdiger 40. Geburtstag - die DDR feiert, obwohl es eigentlich nicht mehr viel zu feiern gibt.
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