Die deutsche Wiedervereinigung
![[Komposition aus Stacheldraht und Mauerstücken, (c) 2000 Christoph Eikmeier]](../../grafiken/chronik/gestern/1989b.jpg)
Diese Komposition aus Stacheldraht und echten Mauerstücken wurde von uns entworfen und erstellt. Sie soll verdeutlichen, dass in dem Jahr 1989 die Berliner Mauer zertrümmert und die beiden deutschen Staaten zu einem einzigen, geeinten Deutschland zusammengefügt wurden.
Wenig später wurde die Wiedervereinigung offiziell gefeiert und das deutsche Volk jubelte. Nach vierzig Jahren Teilung gab es nun wieder eine einheitliche Bundesrepublik Deutschland.
1. Die Vorgeschichte:
Ehe Modrow am 13. November von der Volkskammer offiziell zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt wurde, überschlugen sich die Ereignisse an den Grenzen der DDR: Nachdem die Reisebeschränkungen gegenüber der Tschechoslowakei am 1. November aufgehoben worden waren und die DDR-Regierung überdies erklärt hatte, dass ihre Bürger direkt von der CSSR in die Bundesrepublik fahren könnten (ein Schritt, der die Mauer praktisch irrelevant werden ließ), machten innerhalb einer Woche nicht weniger als 48.177 DDR-Bürger von dieser Möglichkeit Gebrauch.
Das Ausmaß der Ausreisen war inzwischen so groß, dass selbst die Bundesrepublik in Schwierigkeiten geriet. Bis zum Ende der ersten Novemberwoche hatten allein 1989 über 225.000 Ostdeutsche ihren Weg nach Westdeutschland gefunden. Innenminister Wolfgang Schäuble warnte daher, die Bundesrepublik werde zwar weiterhin alle Übersiedler aufnehmen, doch müssten diese damit rechnen, für längere Zeit in relativ bescheidenen Verhältnissen zu leben.
Bundeskanzler Kohl erklärte in seinem Bericht zur Lage der Nation am 8. November vor dem Bundestag, Bonn sei bereit, der neuen DDR – Führung bei der Umsetzung ihrer Reformen zu helfen.
2. Der Verlauf des 9. November 1989
Mit dem Fall der Mauer steht der 9. November 1989 für den Beginn des größten politisch-gesellschaftlichen Umbruchs in Europa seit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Der Ausgangsort dieser Nacht mit ihren ungeahnten Folgen lag im internationalen Pressezentrum an der Mohrenstraße in Ost-Berlin.
Kurz vor 19 Uhr verkündete Schabowski die Öffnung der Grenze zur Bundesrepublik Deutschland. Mit dieser noch in den 19 Uhr Nachrichten des DDR-Fernsehens übertragenen Botschaft nahm die Nacht der Deutschen ihren unvorhergesehen Lauf.
Ab etwa 20 Uhr kamen am Grenzübergang Chausseestraße die ersten Ost-Berliner in den Westen. Knapp eine Stunde später begann am Übergang Bornholmer Straße der Siegeszug des Trabi. Innerhalb weniger Stunden strömten Hunderte DDR-Bürger in den Westteil der Stadt, wo sie von West-Berlinern herzlich empfangen wurden. Was Berlin in dieser Nacht erlebte, lässt sich schwerlich in nüchterne Worte fassen.
Der milde Novemberabend hatte Tausende zu diesem einzigartigen Schauspiel gelockt, und eine selbstverständliche Zusammengehörigkeit wurde zum Ausdruck gebracht. Die deutsche Teilung wird an diesem Abend faktisch aufgehoben.
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