Von Trabis und Käfern
Kaum ein technischer Gegenstand hat das Leben und die Umwelt der Menschen im 20. Jahrhundert mehr verändert als das Auto.
Lange Zeit war das Auto ein Fortbewegungsmittel für nur wenige. 1924 kommt mit dem Opel "Laubfrosch" das erste Auto auf den Markt, das mit 1800 Reichsmark auch für weniger Reiche erschwinglich ist. Die Nationalsozialisten treiben die Motorisierung weiter voran. Sie senken die Kraftfahrzeugsteuer und setzen Geschwindigkeits-Begrenzungen aus. Doch ihr "Kraft-Durch-Freude"-Wagen ist mit 999 Reichsmark teurer als erwartet. Das Sparsystem führt zu nichts, da mit dem Zweiten Weltkrieg die KdF-Produktion eingestellt wird.
Der Käfer als Zeichen des "Wirtschaftswunders": In den 50ern bekommen die Deutschen ein neues Statussymbol. Der VW-Käfer symbolisiert: "Wir haben es geschafft, wir sind wieder wer." Die neue Mobilität löst riesige Reisewellen aus. Viele Deutschen reisen über den "Brenner" nach Italien.
In der DDR kommt nach dem Krieg zunächst der Trabant auf den Markt, der ohne große Veränderungen bis in die Neunzigerjahre gebaut wird. Obwohl das Auto technisch nicht auf dem neuesten Stand ist, ist der Trabi heiß begehrt. Es treten Wartezeiten von zehn bis zwölf Jahren auf. Heute finden sich nur noch wenige Trabis im Straßenverkehr, die meist Liebhabern gehören.
Durch die massenweise Motorisierung der Bevölkerung verändern sich die Umwelt, die Wohnsituation und die Siedlungsstruktur. Das Motto von der "autogerechten Stadt" bestimmt die Stadtplanung. Straßen werden ausgebaut, Alleen abgeholzt und Parkplätze angelegt. Da man jetzt mit dem eigenen Wagen zur Arbeit fährt, muss man nicht mehr in der Nähe des Arbeitsortes oder der Straßenbahn-Haltstelle wohnen. Statt dessen siedelt man sich an den Stadträndern oder auch auf dem Land an.
In den Siebzigerjahren werden jedoch auch die Nachteile dieser Entwicklung deutlich: Stadtbewohner und Fußgänger klagen über Lärm, Gestank und Abgase. Der Stau wird zum Alltagserleben vieler Westdeutscher. Die Zahl der Unfalltoten und -verletzten ist rapide gestiegen. Die Ölkrise macht Ende 1973 deutlich, wie abhängig die Mobilität von Ressourcen ist, die wir nicht selbst besitzen. Durch das Waldsterben werden auch die ökologischen Folgen aufgezeigt.
Als Reaktion auf die vermehrten Unfälle sind 1974 für Neuwagen Sicherheitsgurte Pflicht, zwei Jahre später auch das Anschnallen. In den 80er Jahren bemüht man sich durch Abgas-Katalysatoren, die ökologischen Probleme der Autos zu verringern.
Die Zukunft des Autos: Noch immer steigt die Anzahl von PKW-Zulassungen in der Bundesrepublik. Ein alternatives Beförderungsmittel ist nicht in Sicht, die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen viele nur ungern. So bleibt nur zu hoffen, dass der bisher ausgebliebene Durchbruch in Sachen umweltfreundliches Auto erzielt wird, um die Natur nicht noch mehr zu belasten.
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Die Entwicklung der Automobile von früher bis heute. |
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