Die 70er Jahre
In den 70ern werden die Töne im Bundestag schriller und der Wind aus Moskau wärmer. Trotz des diplomatischen Erfolgs, oder gerade deswegen, laufen einige SPD- und FDP-Abgeordneten zur Opposition über.
Die Regierungskoalition hat nur noch eine hauchdünne, theoretische Mehrheit von zwei Abgeordneten. Doch das konstruktive Misstrauensvotum, das Rainer Barzel auf den Chefsessel hieven sollte, scheitert am 27. April 1972. Trotzdem: Das Stimmenverhältnis im Bundestag bleibt kritisch. Deshalb gibt es vorgezogene Neuwahlen, die Willy Brandt gewinnt - mit der SPD als stärkster Partei.
Die Regierung blickt auf soziale Neuerungen zurück, die auch heute noch unser leben beeinflussen: Wahlrecht mit 18, das "624 Mark Gesetz", "BAföG", die Bildungsreform, das neue Scheidungsrecht.
Helmut Schmidt wird in den 70ern neuer Kanzler nach Willy Brandt. Die Aufrüstung in Ost und West (SS 20 gegen cruise missile) provoziert die Friedensbewegung mit Demonstrationen in Hunderttausender-Kategorien. Das Jahrzehnt der Orientierung geht damit zuende.
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